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History Fiction. Von Diana Sassé. Teil 1 |
Was ist History Fiction?
Das Genre des "History-Fiction" ist als Begriff relativ neu, auch wenn
es schon lange Werke gibt, die unter diese Kategorie fallen. Bekannter
ist das nächstverwandte Genre, die "Science-Fiction". Damit werden im
eigentlichen Sinne Geschichten beschrieben, deren Handlung real nicht
existierende wissenschaftlich-technische Fakten und Errungenschaften
beinhaltet. Oft assoziiert man Science-Fiction automatisch mit "In der
Zukunft spielend" was aber durchaus nicht so sein muss: Die Klassiker
des SF (z.B. Krieg der Welten) spielten in der Gegenwart des Autors,
der diese einfach mit den fiktiven Elementen bereicherte. Ganz ähnlich
funktioniert die "History-Fiction". Statt der Gegenwart oder der
Zukunft, wird die Vergangenheit verändert. Nun könnte man sich fragen,
wozu das denn gut sein soll. Vielen erscheint die Geschichte als eine
unverrückbare Größe, an der nichts mehr geändert werden kann. Doch
genau das fasziniert den HF-Autoren.
Am Anfang der meisten History-Fictions steht die Frage: Was wäre
gewesen, WENN....Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte (Hierzu gibt es
zahlreiche HF-Werke) Wenn er ihn gar nicht erst begonnen hätte, wenn
Amerika nicht entdeckt worden wäre, wenn das römische Reich nicht
untergegangen wäre, wenn Kennedy nicht ermordet worden wäre...
Je einschneidender das Geschehnis, je größer seine Folgen, desto größer
der Wunsch, darüber zu spekulieren, was denn gewesen wäre, wenn es
nicht oder anders stattgefunden hätte. Denkt man darüber eine Weile
nach, merkt man, dass es noch nicht einmal so gravierender Ereignisse
bedarf. Auch winzige Abweichungen im Lauf der Entwicklung hätten unter
Umständen zu völlig anderen kulturellen und politischen Resultaten
führen können. Und schon haben wir den Kern der Faszination der
History-Fiction erfasst.
Teil 2
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