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History Fiction. Von Diana Sassé. Teil 4 |
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Die Frage, die sich bei Kennedy anbietet, nämlich "was wäre, wenn er
überlebt hätte", stellt sich in "White House" just nicht, denn auch
dort wird er einst durch ein Attentat sterben. Vielmehr spielt der
Comic mit einem anderen sozialen Umfeld: Was wäre wenn Kennedy in einer
Welt gelebt hätte, die seiner Persönlichkeit (Monarchen-Seele,
Polygamie) besser entsprochen hätte?
Die Schwierigkeit bei der History-Fiction besteht darin, dass sie beim
Autoren zwingend und beim Leser Wünschenswerterweise eine gewisse
Kenntnis der tatsächlichen geschichtlichen Fakten voraussetzt. In
letzterem Fall kann der Leser dank seines Wissens auch die subtilste
Assoziation und Anspielung in den korrekten Zusammenhang setzen.
Dies ist aber keineswegs Bedingung um einen HF Comic überhaupt zu
verstehen und zu genießen. Leider lassen sich viele Menschen erst gar
nicht auf HF ein, weil sie glauben, sie müssten hierzu den gesamten
historischen Background kennen. Dabei lässt sich "White House" im
Prinzip auch einfach als irgendeine Geschichte lesen, in der es um
einen Herrscher und seine Familie geht. Ein klassisches Märchen also.
Letztendlich ist nur wichtig, dass der Leser Fiktion und Geschichte
nicht verwechselt.
Leider tun das nicht zuletzt die Historiker selber oft mehr als genug:
Schon bei meinen Studien rund um den Ersten Weltkrieg konnte ich froh
sein, zu ein und demselben Ereignis in zwei verschiedenen Büchern das
selbe Datum zu finden. Von der durch nationale, patriotische und
sonstige Emotionen verbrämten Sichtweise ganz zu schweigen. Erst das
Durchnehmen vieler Quellen ermöglichte es mir irgendwann, wenigstens
ein einigermaßen authentisches Gespür für die tatsächlichen Fakten zu
bekommen.
Teil 1
Teil 2
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