In dieser Kolumne geht’s um Metal in den Charts. Ein Segen?
Nu Metal Bands wie Limp Bizkit findet man ja immer mal in den Charts, aber das dürfte den meisten „Metalheads“ egal sein.
Nun ist es aber mal ganz anders gekommen. Die „Kings of Metal“
themselves – Manowar - sind in den deutschen Charts, waren sogar in den
Top 20, standen auf Platz 15!
Deutschland ist nicht das einzige Land, in dem die Single „Warriors of the World united“ derart gut ankommt.
Wie kommt es also dazu, dass Manowar zwischen Teenie-Idolen bei Top of
the Pops auftreten und auf VIVA und MTV gesendet werden? Lag es an dem
Auftritt bei TV total mitte Mai, wo die neue Single erstmals im
deutschen Fernsehen vorgestellt wurde? Logisch wäre es, denn mir ist
nicht bekannt, dass Manowar schon einmal einen solchen Charterfolg
hatten und auch nicht, dass sie je so gute Promotion hatten und zudem
hat TV total ja schon so einige Leute zu Kult gemacht (Leute, an die
ich mich lieber nicht erinnern möchte).
Die Tatsache, dass nun plötzlich viele Menschen Manowar hören, die in
der Metal-Szene schon seit gut 20 Jahren als „Kult“ gelten, gefällt dem
einen oder anderen Metal-Fan nicht so recht, da viele dadurch
feststellen, dass Metal für sie an Reiz verliert, wenn plötzlich jeder
Dahergelaufene auf Metal steht. Anscheinend passt es der Metal-Gemeinde
nicht, dass ihre „Helden“ nun plötzlich jeder kennt und mag, obwohl es
sie schon ewig in der Form, wie sie jetzt bekannt und beliebt sind
gibt. Etwas Alteingesessenes wird von der Gesellschaft bzw. den
verhassten Posern entdeckt.
Ähnlich verlief es auch mit Metallica. Metallica gehörten in den 80ern
zu den Begründern des Thrash Metal und feierten mit Alben wie „... and
Justice for all“ und „Master of Puppets“ große Erfolge. Anfang der 90er
änderten sie ihren Stil allerdings ein wenig (und später immer mehr).
Sogar einige Radiosender spielten Songs wie „Nothing else matters“.
Sollte das nun etwa mit Manowar passieren oder ist Manowar jetzt nur
für kurze Zeit auch bei Disco-Gängern und Chart-Fans angesagt?
Warum kommen die Herren um Joey DeMaio überhaupt so gut an?
Möglicherweise sind es nicht unbedingt die Songs, die so gut ankommen.
Vielleicht ist es einfach die Band, die sich stets in Leder kleidet und
so laut spielt, wie’s gerade noch gesetzlich erlaubt ist (ungefähr so
laut wie ein startendes Flugzeug). Vielleicht sind es diese Klischees,
die so gut ankommen und worüber sich die Leute amüsieren können.
Zur Zeit sind es aber nicht nur Manowar, die den klassischen Metal
unters gesamte Volk bringen. Auch Ozzy Osbourne, Sänger der
Metal-Legende Black Sabbath ist wieder voll da. Mit seiner
Real-Life-Sitcom „The Osbournes“ auf MTV landete er einen Quoten-Hit
und auch sein neuestes Album „Down to Earth“ war erfolgreich.
Die Krönung war aber sicherlich, dass er neben Motörhead (die am 27.6.
zu TV total kommen werden) beim 50. Kronjubiläum der Queen gespielt
hat.
Auf jeden Fall scheint sich der Metal zur Zeit großer Beliebtheit zu
erfreuen und mal ehrlich, wer freut sich nicht, wenn man Manowar mal im
deutschen Fernsehen sieht und Ozzy sich wie ein Blöder vermarktet?