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Satanismus & Rechtsradikalismus in der Metal-Szene
Der Satanismus ist in der Metal-Szene zwar weiter verbreitet als der
Rechtsradikalismus, aber beides ist oft deutlich erkennbar. Im
Allgemeinen sind die meisten Metal-Fans natürlich gegen Rechtsradikale
und tolerieren diese in den meisten Fällen auch nicht. Mille, von der
deutschen Thrash Metal Band Kreator hat sich zum Beispiel beim
Erscheinen des aktuellen Albums "Violent Revolution" zum Thema geäußert
und klar gemacht, dass Metal nicht gleich rechts heißt. Klare Ansagen
wurden gemacht, was ja nur verständlich ist, welche Band will sich
schon in die rechte Ecke schieben lassen, wenn sie diese zutiefst
verabscheut?
Ähnlich ergeht es der Band Slayer, die in den 80ern zusammen mit
Metallica das Speed Metal-Genre prägten. Slayer werden von vielen
Rechten gehört und sind in der Rechten-Szene sehr beliebt, was, wie mir
gesagt wurde, zum Teil an den "brutalen Texten" liegt. Im Gegensatz zu
Kreator habe ich noch nichts von Slayers Standpunkt hierzu gelesen.
Auf den großen Festivals, wie beispielweise dem Wacken Open Air in
Schleswig-Holstein, musste man auch schon hie und da kahlgeschorene
Vaterlandsfreunde entdecken. Wie also damit umgehen?
Neben dem Rechtsradikalismus gibt es dann auch noch den Satanismus,
eine zweite Subkultur, die das Genre nicht nur einmal in Verruf
gebracht hat.
Angefangen hat es wohl in den frühen 90ern in Norwegen, wo die ersten
Black- und Death Metal Bands gegründet wurden, die die bevorzugte Musik
der Satanisten machten. Zudem wurden damals Gräber geschändet und
Kirchen angezündet. Wenn solche Dinge passieren, wird es oft sehr
verallgemeinert und plötzlich sind alle Metal-Fans Satanisten. Dieser
Verallgemeinerung fällt man als Band und Fan dann leicht zum Opfer.
Der Black- und Death Metal ist heute überall verbreitet und wird
selbstverständlich nicht nur von Satanisten gehört, es gibt sogar
christlichen Metal. Satanismus und Rechtsradikalismus spielen aber auch
zusammen. Als Beispiel könnte ich da jetzt nur den Satansmord geben,
der vor einigen Monaten in Deutschland geschah. Ein Ehepaar erschlug
mit einem Hammer einen Freund, da es ihnen, wie sie sagten von Satan
befohlen worden war. Bei der späteren Hausdurchsuchung wurden dann
nicht nur Sachen aus der Satanisten-Szene gefunden, sondern auch Dinge
aus der Rechten-Szene.
Nun sollte man allerdings nicht so urteilen, dass man sagt "Jeder
Satanist ist rechts und jeder Rechte ist ein Satanist" (und wer Metal
hört hat sowieso eine Tendenz zu beidem, was ein noch schlimmerer
Schluss wäre). Meiner Meinung nach ist beides nicht gut, aber trotzdem
muss man unterscheiden und nicht auf vorgefasste Urteile beharren.
Viele Satanisten wollen auch einfach nur schockieren, indem sie sich
schwarz kleiden, weiß schminken und nachts um die Häuser ziehen. Von
Opferungen für Satan, wie es vor einiger Zeit passiert ist, sind die
meisten sehr weit entfernt.
An diesen Beispielen ist jetzt wieder erkennbar geworden, dass es in
der Metal-Szene viele verschiedene Bereiche gibt. Anfang der 80er
Jahre, als der Metal immer beliebter wurde, war es einfach eine Art
Lebensgefühl und dazu gehörten lange Haare und eine Kutte, die mit
Aufnähern der so sehr vergötterten Bands versehen war. So etwas gibt es
heute natürlich immer noch, aber neben eben diesen Leuten, gibt es auch
viele, die unter "Metal" etwas anderes verstehen, da es in den letzten
Jahren immer weitläufiger geworden ist.
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