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Metall macht Musik. Von Tim Eckhorst. Teil 06

Satanismus & Rechtsradikalismus in der Metal-Szene

Der Satanismus ist in der Metal-Szene zwar weiter verbreitet als der Rechtsradikalismus, aber beides ist oft deutlich erkennbar. Im Allgemeinen sind die meisten Metal-Fans natürlich gegen Rechtsradikale und tolerieren diese in den meisten Fällen auch nicht. Mille, von der deutschen Thrash Metal Band Kreator hat sich zum Beispiel beim Erscheinen des aktuellen Albums "Violent Revolution" zum Thema geäußert und klar gemacht, dass Metal nicht gleich rechts heißt. Klare Ansagen wurden gemacht, was ja nur verständlich ist, welche Band will sich schon in die rechte Ecke schieben lassen, wenn sie diese zutiefst verabscheut?

Ähnlich ergeht es der Band Slayer, die in den 80ern zusammen mit Metallica das Speed Metal-Genre prägten. Slayer werden von vielen Rechten gehört und sind in der Rechten-Szene sehr beliebt, was, wie mir gesagt wurde, zum Teil an den "brutalen Texten" liegt. Im Gegensatz zu Kreator habe ich noch nichts von Slayers Standpunkt hierzu gelesen.

Auf den großen Festivals, wie beispielweise dem Wacken Open Air in Schleswig-Holstein, musste man auch schon hie und da kahlgeschorene Vaterlandsfreunde entdecken. Wie also damit umgehen?

Neben dem Rechtsradikalismus gibt es dann auch noch den Satanismus, eine zweite Subkultur, die das Genre nicht nur einmal in Verruf gebracht hat.

Angefangen hat es wohl in den frühen 90ern in Norwegen, wo die ersten Black- und Death Metal Bands gegründet wurden, die die bevorzugte Musik der Satanisten machten. Zudem wurden damals Gräber geschändet und Kirchen angezündet. Wenn solche Dinge passieren, wird es oft sehr verallgemeinert und plötzlich sind alle Metal-Fans Satanisten. Dieser Verallgemeinerung fällt man als Band und Fan dann leicht zum Opfer.

Der Black- und Death Metal ist heute überall verbreitet und wird selbstverständlich nicht nur von Satanisten gehört, es gibt sogar christlichen Metal. Satanismus und Rechtsradikalismus spielen aber auch zusammen. Als Beispiel könnte ich da jetzt nur den Satansmord geben, der vor einigen Monaten in Deutschland geschah. Ein Ehepaar erschlug mit einem Hammer einen Freund, da es ihnen, wie sie sagten von Satan befohlen worden war. Bei der späteren Hausdurchsuchung wurden dann nicht nur Sachen aus der Satanisten-Szene gefunden, sondern auch Dinge aus der Rechten-Szene.

Nun sollte man allerdings nicht so urteilen, dass man sagt "Jeder Satanist ist rechts und jeder Rechte ist ein Satanist" (und wer Metal hört hat sowieso eine Tendenz zu beidem, was ein noch schlimmerer Schluss wäre). Meiner Meinung nach ist beides nicht gut, aber trotzdem muss man unterscheiden und nicht auf vorgefasste Urteile beharren. Viele Satanisten wollen auch einfach nur schockieren, indem sie sich schwarz kleiden, weiß schminken und nachts um die Häuser ziehen. Von Opferungen für Satan, wie es vor einiger Zeit passiert ist, sind die meisten sehr weit entfernt.

An diesen Beispielen ist jetzt wieder erkennbar geworden, dass es in der Metal-Szene viele verschiedene Bereiche gibt. Anfang der 80er Jahre, als der Metal immer beliebter wurde, war es einfach eine Art Lebensgefühl und dazu gehörten lange Haare und eine Kutte, die mit Aufnähern der so sehr vergötterten Bands versehen war. So etwas gibt es heute natürlich immer noch, aber neben eben diesen Leuten, gibt es auch viele, die unter "Metal" etwas anderes verstehen, da es in den letzten Jahren immer weitläufiger geworden ist.

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