|
Metal, Mittelalter, Mythen: Die Texte
Wer nun kein Insider ist und Folge dessen auch keinen Metal mag, wird
sich wahrscheinlich auch keine Gedanken über die Texte gemacht haben.
Wer schon mal mit dieser Musikrichtung in Kontakt geraten ist, tut das
vielleicht, auch wenn es nicht seine bevorzugte Richtung ist.
Vielleicht kann ich das mit einem Beispiel deutlicher machen: Wenn ich
(als Metal-Fan) in meinen Iron Maiden T-Shirts rumlaufe, fragt mich
mein Vater "Über was die Jungs denn singen". Wenn ich dann die
ungefähre Handlung eines Songs versuche zu erklären, ist das schwer, da
ich der Auffassung bin, dass es viele, sehr viele geniale Texte gibt.
Man kann daher nicht allgemein zusammenfassen, worüber Metal Bands
singen.
Unterschiede gibt es schon bei den einzelnen Stilen. Black- und Death
Metal Bands sind oft "satanistisch angehaucht", wovon ich persönlich
nicht sehr viel halte. Heavy Metal Bands haben in ihren Texten oft
"alltägliche" Handlungen: (Achtung! Etwas Englisch ist jetzt
erforderlich.) "School Daze" von W.A.S.P., "Fear of the Dark" von Iron
Maiden, "When the Night comes down" von Judas Priest, "Dreamer" von
Ozzy Osbourne und so weiter….
Epic Metal Bands (na ja, isses jetzt der richtige Ausdruck?) singen
dann eher über Drachen, Ritter und Schwerter: z.B. Rhapsody "Holy
Thunderforce", Manowar "Battle Hymns", HammerFall "Steel meets Steel".
Letztere beide würde ich unter "True Metal" kategorisieren. So, das ist
eine sehr grobe Unterteilung, sollte ich jetzt mal ein wenig genauer
beschreiben. Man kann jetzt nicht sagen, dass Iron Maiden generell über
allgemeine, alltägliche Dinge schreiben. Auch bei ihnen kommen mal
Dinge, wie Wikinger, Schwerter usw. vor (Beispiel "Invaders",
"Invasion"). Oft findet man in Texten auch Kritik. Ein Beispiel dafür
wäre sicherlich "Fortunes of War" von Iron Maiden, wo in düsteren
Lyrics berichtet wird, wie ein Mann, der im Krieg war in seinen Träumen
und Gedanken immer noch leidet.
Auch W.A.S.P.-Frontmann Blackie Lawless kritisiert gern. Nicht nur
einmal hat er in seinen Texten Amerika und seine Politik unter die Lupe
genommen ("Goodbye America"). Aber nicht nur Politiker werden
kritisiert, sondern auch die Kirche, wobei man W.A.S.P. allerdings
nicht als Satanisten Band bezeichnen kann. Eine Band, die nicht
großartig über das alltägliche Leben schreibt, ist denke ich Manowar.
Die selbsternannten "Kings of Metal", kennen meistens nur Frauen,
Schwerter und Motorräder, wobei die Realität auch bei ihnen anders
aussieht (beispielweise wurde Bassist Joey de Mayo mal während eines
Interviews von seiner Frau gerufen und ohne zu zögern, musste er
losrennen).
Ich habe da noch eine bestimmte Kategorie im Kopf, die ich jetzt
schlecht benennen kann. Hauptsächlich fällt 80er Jahre Metal darunter.
In diesen Liedern geht es um Liebe, Mädchen, Party und all die Dinge,
die Spaß machen. Dazu würde ich denke ich den Krokus Song "Ready to
burn" und auf jeden Fall auch "We're not gonna take it" von Twisted
Sister, gute Laune Musik eben. In "modernerer" Form gibt's so was denk
ich heute auch. Da würde mir jetzt Gamma Ray mit "Send me a Sign"
einfallen.
Wie aber schon viele Cover von Metal CD's und Platten zeigen, geht's
auch oft um Horror, Blut, Monster, Leichen, Friedhöfe, Vampire und Co.
Um da auch gleich einige Beispiele zu geben: Iron Maiden "Phantom of
the Opera", Metallica "Of Wolf and Men", King Diamond "Sleepless
Nights", Judas Priest "A Touch of Evil" und Iced Earth "Dracula". Für
mich ist "Horror" das Thema im Metal (jedenfalls ist es das Thema, dass
mich am meisten fasziniert). Unter "Horror" verstehe ich da klassische
Dinge wie: Frankenstein, Dracula, irgendwelche Monster und alles
andere, was Menschen Angst bereitet.
Also ich denke, dass man generell nichts in Kategorien einteilen
sollte, aber um einen Überblick zu geben, ging das jetzt mal ganz gut.
Zusammenfassend könnte ich vielleicht sagen, dass Metal mittlerweile
fast alle Themen abdeckt, die in irgendeiner Weise für die Hörer
interessant sind. Texte lesen lohnt sich!
|