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Metall macht Musik. Von Tim Eckhorst. Teil 10
Ein kurzer Abriß der Heavy-Metal-Geschichte Part II

Anfang der 90er Jahre ließ die Beliebtheit was harte Musik angeht nach, obwohl Bands wie Iron Maiden und Judas Priest immer noch viele Platten verkauften und auch immer noch vor begeistertem Publikum spielten, aber es gab jetzt große Konkurrenz aus dem Bereich des Grunge. Bands wie Alice in Chains und Nirvana waren angesagt. Oft wurde davon gesprochen, dass der Metal tot sei, was sich immer mehr zu bestätigen schien. Nach dem genialen und erfolgreichen Album „Painkiller“ von Judas Priest, stieg Sänger Rob Halford aus und auch Iron Maiden ging es nicht anders. Sie wurden von ihrem Sänger Bruce Dickinson nach dem No. 1-Album „Fear of the Dark“ verlassen.

Anfang und Mitte der Neunziger wurde immer wieder deutlich, dass es nicht nur „Heavy Metal“ gibt, sondern auch viele andere Richtungen in dem Bereich: Doom Metal, Speed Metal, Death Metal, Black Metal, Thrash Metal, Gothic Metal usw. So entwickelte sich eine immer größer werdende Vielfalt. Bands wie Blind Guardian brachten Chöre und mittelalterliche Melodien mit in ihre Musik, Nightwish setzten auf ihre Opern-Sängerin Tarja Turunen und Chuck Schuldiner (R.I.P.) von der Band Death schrie und growlte ins Mikro, was zu der Geburt des Death Metal führte.

Vielleicht ist es diese Vielfalt, die dem Metal wieder zu größerer Beliebtheit verhalf. Ende der 90er war Metal plötzlich nicht mehr tot und sogar Bruce Dickinson ist zu einer Reunion mit Iron Maiden bereit und wenige Jahre später im neuen Jahrtausend auch Rob Halford mit Judas Priest.

Am Ende des Jahrtausends wird jedoch noch eine neue Richtung im Metal geboren: Nu Metal – verschmelzt harte Töne mit oft gerappten Texten. Mit diesem Stil mögen sich viele nicht so recht anfreunden, besonders nicht die, die auf klassischen Metal stehen und mit dem Crossover der 90er ohnehin schon Probleme hatten. Für die Musikindustrie scheint Nu Metal, der von Bands wie Linkin Park und Limp Bizkit gespielt wird, dagegen ein Glücksgriff zu sein. Kommerz ahoi!

Im neuen – und immer noch recht frischen – Jahrtausend kommt Nu Metal langsam wieder aus der Mode, eine große und vielleicht sogar gesteigerte Nachfrage nach harten Klängen besteht jedoch nach wie vor. Festivals verzeichnen neue Besucherrekorde, Iron Maiden, Metallica und Konsorten spielen in ausverkaufen Hallen und die, die von Zeit zu Zeit die Innovation suchen, können dem Metalcore frönen. Das durch mancherlei Scherze ins Lächerliche gerückte Wort „Emo“ möchte ich hier dann aber lieber nicht auch noch genauer beleuchten.

Wenn man heute also von jemandem gesagt bekommt, dass er Metal hört, dann hat man noch nicht die geringste Ahnung, welche Bands er bevorzugt. Man betrachte da wieder die ganzen Unterarten des Metals (Heavy, Black, Death, Folk, Viking, White, Symphonic, Melodic, Tribal, White, Industrial, Power, Progressive, Pagan, Speed, Gothic, Doom... Apropos „Doom“, Black Sabbath wurden in heutiger Zeit auch schon als Doom Metal bezeichnet. Mag da einer für mich weiter machen?) Der vorangegangene Satz zeigt nicht nur, wie schön man durch eine Klammerndiskussion vom Thema abkommen kann, sondern auch, dass vor dem „Metal“ nicht unbedingt ein „Heavy“ zu stehen hat.

Um zum Punkt zu kommen: Wer nun mag, kann aus den angeführten Gründen (siehe „Journalisten-Argument“) behaupten, zu wissen, dass Black Sabbath die erste Metal-Band war. Wer das nicht möchte, kann sich ja überlegen, ob die Diskussion überhaupt sinnvoll ist oder etwas ganz anderes tun (z.B. Spazierengehen oder neue Unterwäsche kaufen). Mit dem Beenden dieses Abschnittes will ich zum einen erreichen, dass es nicht wieder zu ewig langen Ausführungen über die positiven und negativen Seiten des Metals kommt und zum anderen, dass mein Mikrowellenessen nicht noch kälter wird.
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