Da kommt was ganz Großes: The Darkness
Was für mich erst wie der Name einer neuen Gothic Metal-Band klang,
entpuppte sich als etwas völlig anderes. Stephan vom Comicwerk hatte
mich ja schon vor Monaten auf diese Band hingewiesen, doch ich, der zu
oft so lange wartet bis alles nach Deutschland kommt, erfahre erst
jetzt so langsam etwas über The Darkness.
Da die Band aus
England kommt, darf man es den Briten also nicht übel nehmen, dass sie
uns etwas voraus sind, denn dort war das Debüt Album „Permission to
Land“ bereits 4 Wochen auf Platz 1 der Charts. Weitere 12 Wochen befand
sich der The Darkness’sche Erstling in den Top 10 (über 800.000
verkaufte CDs allein in England). Für diese Glanzleistung gab's dann
auch Doppelplatin in Groß-Britannien.
Pop-Sänger Robbie
Williams ging auf eigenen Wunsch mit der Band auf Tour, was nun den
Anschein erwecken könnte, dass es sich bei The Darkness tatsächlich um
Charthüpfer á la „Deutschland sucht den Superstar“-Fichten handeln
könnte. Dem ist aber nicht so, denn Auszeichnungen gab’s auch von den
britischen Metal-Magazinen Metal Hammer und Kerrang.
Also
dann: Auf zur Ursachensuche! The Darkness haben ein extrem kultiges
Auftreten. Bei ihrer Art sich zu kleiden, kommt es ihnen zu gute, dass
die 80er eh gerade in sind. Da wird man schnell mal an die so genannten
Poser- oder Hair Metal-Bands, sowie Glam- und Sleaze-Rocker, wie Lizzy
Borden, Twisted Sister, Mötley Crüe, Cinderella und Poison erinnert,
wobei hier eigentlich eher gilt, dass besagte Bands im Bereich der
Mainstream-Musik eher out sind.... egal, 80er sind in!
Aber
nicht nur zu den oben genannten Bands gibt’s Parallelen. Da wären zum
Beispiel auch noch Van Halen, dessen „Jump“-Cover als Anleihe für eine
Werbeanzeige der Band herhalten musste. Vielleicht funktionieren auch
nur „Familienunternehmen“ in der Musik-Branche richtig gut, denn Justin
(Gesang, Gitarre und Synthesizer) und Dan Hawkins (Gitarre) sind Brüder
und so was ist ja nicht zum ersten Mal in einer erfolgreichen Band zu
sehen (siehe u.a. AC/DC, Praying Mantis, The Black Crowes, Jet, Van
Halen etc.)
Um mit diesen Spekulationen über die Ursache des
Erfolges fertig zu werden, werde ich einfach zu einem weiteren Aspekt
übergehen - der Musik. Denn diese sollte doch eigentlich der Hauptgrund
für den Erfolg der Band sein. Musikalisch bewegen sich The Darkness
natürlich im Bereich der 80er. Da hätten wir beispielsweise den Song
„Get your Hands off my Woman“. In diesem findet man Anleihen bei vielen
Bands. Mir persönlich fallen da AC/DC und U2 ein, was ja schon eine
merkwürdige Mischung ist. Wie bei allen Stücken ist der Gesang
überhaupt gar nicht einzuordnen. Justine Hawkins reißt seine Stimme
über 4 Oktaven und klingt dabei wie ein zwitschernder Vogel. Dies ist
der eigentliche, verwirrende Teil an der Musik, denn diese erweckt
schnell den Anschein, als solle das Ganze einfach komplette Verarsche
sein, wobei man sich dann doch nicht ganz sicher wird. Will der gute
Mann nur zeigen, was seine Stimme so alles kann oder nimmt er das ganze
Genre einfach nur ein bisschen auf den Arm? Tja, man weiß es nicht,
aber wenn man sich erst mal dran gewöhnt hat, macht die Musik sehr viel
Spaß, allen voran „I believe in a Thing called Love“.
Bei
den ganzen 80er-Anleihen, ist die Meldung, dass Queen-Gitarrist Brian
May auch auf The Darkness steht nicht weiter verwunderlich, denn
Verwandtschaft zu Riffs des Brian gibt es allemal. Die Zukunft für The
Darkness sieht auf jeden Fall rosig aus. Nach den Touren mit Meat Loaf
und The Rolling Stones, geht es 2004 auf Headliner-Tour, wobei man auch
Deutschland nicht auslässt. Wie einst Manowar durch ihren Auftritt bei
TV total Kultsstatus erreichten, werden auch The Darkness im Februar
2004 bei Stefan Raab zu Gast sein und nach meinen Prognosen dadurch
selbigen Status erreichen. Oder wie die englische Presse schreibt:
„Glory will be theirs!“
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