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Shakespeare goes Metal
Preview
Besonders
die True Metaller unter den Metal-Fans dürften mit Sagen, Legenden und
sonstigen Mythen vertraut sein, schließlich bedienen sich Bands, wie
Grave Digger (Beispiel: „Excalibur“) deren des Öfteren. So ist es auch
nicht unbedingt verwunderlich, dass auch große Herren, wie Shakespeare
irgendwann mal auftauchen. Die „Grave Digger-Nachfolgeband“ Rebellion
sorgte beispielsweise dafür. Dies geschah nicht etwa in Form eines
einzelnen Songs, nein, man widmete dem Meister gleich ein ganzes Album:
„Shakespeare’s Macbeth - A Tragedy in Steel“.
Auf diesem
Erstlingswerk der deutschen Band wird strikt chronologisch vorgegangen,
so dass am Ende die komplette Tragödie besungen wurde. Angefangen
natürlich mit den drei Hexen in Form eines gesprochenen Intros. Die
berühmte Zeile „Fair is foul and foul is fair“, die von den Hexen
bereits im ersten Akt in der ersten Szene gesprochen wird, begegnet uns
auf dem Album in Track 4 („Husbandry in Heaven“) in Form eines
mitreisenden Refrains, der auch zusätzlich noch durch eine weibliche
Stimme bereichert wird. Nebenbei bemerkt, stellt dieser Song übrigens
für mich das absolute Highlight auf der CD dar (jedoch dicht gefolgt
von „Disdaining Fortune“ und „The Prophecy“).
Ergänzt wird das
Ganze durch Erzählungen zwischen den einzelnen Songs. Diese
verdeutlichen die Handlung und führen sozusagen durch’s Programm,
stören jedoch ein wenig, wenn man einfach was auf die Ohren haben will,
da will man dann zwischendurch kein Gequatsche haben.
Da viel
mit Zitaten gearbeitet wurde, stellt „Shakespeare’s Macbeth - A Tragedy
in Steel“ eine ziemlich genaue eins zu eins Wiedergabe der Tragödie
dar, wie sie William Shakespeare ursprünglich schrieb. Um den Zuhörer
mit seiner Vorstellung nicht ganz allein zu lassen, wurden für das
Booklet der CD einige Ölbilder angefertigt, die u.a. Macbeth, Lady
Macbeth und Macduff in Action zeigen. Ein durch und durch großartiges
Album also.
Ähnlich gingen es Jag Panzer zwei Jahre vorher im
Jahre 2000 an. Schon auf dem Cover des Albums „Thane to the Throne“
sind die Hexen zu sehen, um die es natürlich auch inhaltlich geht. In
17 Teilen wird hier die Geschichte wiedergegeben.
Bruce
Dickinson, hauptberuflich Sänger bei Iron Maiden, hat sich ebenfalls
Macbeth angenommen. So ist dies erstmals auf dem Solo-Album „The
Chemical Wedding“ beim Song „Book of Thel“ geschehen. Die Aussage „By
the pricking of my thumbs, something wicked this way comes“ von der
zweiten Hexe (Akt IV, Szene 1), wurde von den Musikern in den Refrain
eingebaut.
Die nächste Begegnung mit Macbeth hatte Bruce
Dickinson sieben Jahre später (2005) auf seinem Album „Tyranny of
Souls“ beim gleichnamigen Song. Dort kommen die allseits beliebten
Hexen mal wieder zu neuen Ehren. Halb gesprochen, halb gesungen,
zitiert Bruce die ersten beiden Hexen aus Akt 1, Szene 1. Dabei scheint
ihm jedoch ein kleiner Fehler unterlaufen zu sein. William Shakespeare
schrieb „When the battle’s lost and won”. Bruce dagegen singt „When the
battle’s lost not won”. Ob es sich tatsächlich um einen Fehler oder nur
um eine freie Interpretation handelt, vermag ich im Moment nicht zu
sagen... oder liege ich da jetzt irgendwie grundsätzlich falsch?
Weiter geht’s in „Metall macht Musik“, dem Buch zur Kolumne.
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