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Metall macht Musik. Von Tim Eckhorst. Teil 20

 

Shakespeare goes Metal

Preview

Besonders die True Metaller unter den Metal-Fans dürften mit Sagen, Legenden und sonstigen Mythen vertraut sein, schließlich bedienen sich Bands, wie Grave Digger (Beispiel: „Excalibur“) deren des Öfteren. So ist es auch nicht unbedingt verwunderlich, dass auch große Herren, wie Shakespeare irgendwann mal auftauchen. Die „Grave Digger-Nachfolgeband“ Rebellion sorgte beispielsweise dafür. Dies geschah nicht etwa in Form eines einzelnen Songs, nein, man widmete dem Meister gleich ein ganzes Album: „Shakespeare’s Macbeth - A Tragedy in Steel“.

Auf diesem Erstlingswerk der deutschen Band wird strikt chronologisch vorgegangen, so dass am Ende die komplette Tragödie besungen wurde. Angefangen natürlich mit den drei Hexen in Form eines gesprochenen Intros. Die berühmte Zeile „Fair is foul and foul is fair“, die von den Hexen bereits im ersten Akt in der ersten Szene gesprochen wird, begegnet uns auf dem Album in Track 4 („Husbandry in Heaven“) in Form eines mitreisenden Refrains, der auch zusätzlich noch durch eine weibliche Stimme bereichert wird. Nebenbei bemerkt, stellt dieser Song übrigens für mich das absolute Highlight auf der CD dar (jedoch dicht gefolgt von „Disdaining Fortune“ und „The Prophecy“).

Ergänzt wird das Ganze durch Erzählungen zwischen den einzelnen Songs. Diese verdeutlichen die Handlung und führen sozusagen durch’s Programm, stören jedoch ein wenig, wenn man einfach was auf die Ohren haben will, da will man dann zwischendurch kein Gequatsche haben.

Da viel mit Zitaten gearbeitet wurde, stellt „Shakespeare’s Macbeth - A Tragedy in Steel“ eine ziemlich genaue eins zu eins Wiedergabe der Tragödie dar, wie sie William Shakespeare ursprünglich schrieb. Um den Zuhörer mit seiner Vorstellung nicht ganz allein zu lassen, wurden für das Booklet der CD einige Ölbilder angefertigt, die u.a. Macbeth, Lady Macbeth und Macduff in Action zeigen. Ein durch und durch großartiges Album also.

Ähnlich gingen es Jag Panzer zwei Jahre vorher im Jahre 2000 an. Schon auf dem Cover des Albums „Thane to the Throne“ sind die Hexen zu sehen, um die es natürlich auch inhaltlich geht. In 17 Teilen wird hier die Geschichte wiedergegeben.

Bruce Dickinson, hauptberuflich Sänger bei Iron Maiden, hat sich ebenfalls Macbeth angenommen. So ist dies erstmals auf dem Solo-Album „The Chemical Wedding“ beim Song „Book of Thel“ geschehen. Die Aussage „By the pricking of my thumbs, something wicked this way comes“ von der zweiten Hexe (Akt IV, Szene 1), wurde von den Musikern in den Refrain eingebaut.

Die nächste Begegnung mit Macbeth hatte Bruce Dickinson sieben Jahre später (2005) auf seinem Album „Tyranny of Souls“ beim gleichnamigen Song. Dort kommen die allseits beliebten Hexen mal wieder zu neuen Ehren. Halb gesprochen, halb gesungen, zitiert Bruce die ersten beiden Hexen aus Akt 1, Szene 1. Dabei scheint ihm jedoch ein kleiner Fehler unterlaufen zu sein. William Shakespeare schrieb „When the battle’s lost and won”. Bruce dagegen singt „When the battle’s lost not won”. Ob es sich tatsächlich um einen Fehler oder nur um eine freie Interpretation handelt, vermag ich im Moment nicht zu sagen... oder liege ich da jetzt irgendwie grundsätzlich falsch?

Weiter geht’s in „Metall macht Musik“, dem Buch zur Kolumne.



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