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Metall macht Musik. Von Tim Eckhorst. Teil 22

Warum Gitarren am Morgen gut sind

 
Preview
 
Heute morgen - Dienstag, 15. November 2005 - war ein komischer Morgen. Gerade träumte ich, dass ich nach einem harten Tag (spät) ins Bett ging. Mann, war ich froh endlich schlafen zu können. Dieser schöne Traum wurde jedoch durch die Zeit gestört: Der Radiowecker ging an, argh! Im ersten Moment wusste ich gar nicht, was los war, schließlich war ich doch gerade erst ins Bett gegangen, war ein verdammt kurzer Ruhemoment. Die Erkenntnis kam allerdings schnell über mich, es war ein Traum. Schade.

Im Radio lief währenddessen unglücklicherweise dieser Seeed-Song mit dem Titel „Aufstehn“. Das ist echt hart! Erst träumt man, dass man gerade schlafen gegangen ist, dann springt der Wecker an und dazu hört man dann noch einen komischen Typ „Es ist jetzt Zeit zum Aufstehn!“ geschwollen vor sich her nuscheln. Ok, der Song mag ja textlich, wie vielleicht auch andere Dancehall- Reggae-, Rap- oder Hip Hop-Songs (kann ich eh alles kaum unterscheiden), ein netter Versuch eines Motivationsschubs sein, aber warum denn rappen (oder so), wie schlecht und trist alles ist/war und das Ganze auch noch ohne Gitarren!?! Dass die Welt schlecht und trist ist, weiß ich sowieso (bin ja schließlich gerade wach geworden), aber so ein dolles Versprechen eines großartigen Tages, wie das Seeed’sche, ist dann doch zu viel des Guten. Da bleib ich doch gleich im Bett… wenn ich nicht zwei Meter laufen müsste, um den Wecker auszumachen. Das ist meine spezielle „Aufstehstrategie“, so komme ich jeden Morgen aus dem Bett, einer muss ja die schreckliche Musik ausmachen. Bands wie Seeed bringen mich morgens also wunderbar aus dem Bett, aber nur weil ich dann einen Anreiz habe den Wecker auszumachen, glücklich stimmt mich die Musik noch lange nicht. Klar, so richtig meine Lieblingsmusik läuft sicher nicht im Radio, aber ein „Mrs. Robinson“ von den Lemonheads würd’s doch auch schon tun, da springt man doch gleich ein wenig freudiger aus dem Bett, allein schon wegen der musikalischen Geschwindigkeit. Was bekomme ich stattdessen? Lahmes Gestotter, wie schlecht gestern alles war und dass heute mal auf den Putz gehauen wird, was an einem herbstlichen Dienstag ja nur eine verdammte Lüge sein kann.

Weiter geht’s in „Metall macht Musik“, dem Buch zur Kolumne.



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