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Die Suche nach dem richtigen "Best-Of"
Das
ist ja wohl der Betrug des Jahrhunderts! Da bin ich Ewigkeiten auf der
Suche nach DEM ultimativen Deep Purple-Best Of-Album (die gibt’s ja wie
Sand am Meer) und glaube es dann auch endlich in „30 : Very Best Of“
gefunden zu haben und dann das! Man hat es tatsächlich gewagt die
„edited Version“ von dem Überhammer „Child in Time“ drauf zu packen.
Sollen sie ja meinetwegen tun, falls jemand die gekürzte Version des
Klassikers braucht, aber ich will definitiv die über zehn Minuten lange
Original-Version, verdammt noch mal!
Warum
ärgert mich das Ganze nun so? Die CD habe ich gebraucht gekauft und
dementsprechend vorher nicht reingehört. Da aber auf der Rückseite in
der Tracklist kein Vermerk von irgendeiner gekürzten Fassung war, habe
ich mich gefreut endlich ein Deep Purple Best-Of mit den von mir
gesuchten Titel gefunden zu haben („Black Night“, „Speed King“ und der
Rest der Klassiker-Brigade eben). Nun halte ich also die CD in Händen
und schlage erstmal das Booklet auf. Schade keine Songtexte, aber
Schwamm drüber, hat man ja beim Best-Of in den seltensten Fällen. Ich
beginne ein wenig die Details zu den Titel zu betrachten und dann sehe
ich auch schon das Unheil: „Child in Time (Single Edit)“, die Hälfte
der tollen Passagen fehlt!
Habe mir dann also doch noch die
„In Rock“ gekauft, um die komplette Version des Songs hören zu können.
Bereut habe ich es übrigens nicht, denn schließlich bietet „In Rock“
noch eine ganze Reihe weiterer schöner Hörgenüsse.
Zurück zur
Problematik: Ich kenne ein paar Titel von verschiedenen Alben und hätte
gern diese Titel alle vereint auf einer CD. Gibt es dann tatsächlich
solch eine CD, kann ja immer noch der von mir geschilderte Fall
eintreten.
Problematik Nr. 2: Eine geliebte Band bringt ein
Best-Of raus und hat dafür einen neuen Song aufgenommen oder in den
Archiven nach altem neuen Kram gesucht. Die Fans, die bereits alle
Alben haben, stehen dann vor der Entscheidung: Kauf ich mir jetzt noch
ein Best-Of, weil da ein neuer Song drauf ist? Bei Iron Maiden lohnt
sich dies z.B., da mit dem Song „Virus“ ein echter Knaller auf dem
„Best of the Beast“-Album ist. Bei anderen Bands sieht das anders aus.
Judas Priest z.B. haben auf dem „Living after Midnight“-Best-Of keinen
Song, den der Über-Fan nicht schon hat. Auch auf den anderen
Best-Of-Scheiben der Band („Simply the Best“, „Breaking the Law“,
„Metal Works 73 – 93“ etc.) findet sich nichts, was der große Fan nicht
schon im Schrank hat. Das Live-Best-Of „Priest: Live & rare“ bietet
auch nicht viel, außer unveröffentlichte Live-Aufnahmen und „Turbo
Lover“ im Hi-Octane Mix. Besser ist da auch nicht unbedingt die 4 CD
& 1 DVD-Box „Metalogy“, sieht man von den unveröffentlichten
Live-Aufnahmenn ab, die es ja offenbar haufenweise gibt, ist da noch
die Demo-Aufnahme von „Heart of a Lion“, die jedoch 2001 von ex- und
jetzt wieder-Sänger Halford schön im Studio aufgenommen wurde und zudem
auch irgendwo als Bonus Track in der Version von Judas Priest rumdüst,
wozu also?
Anreiz bieten da schon eher W.A.S.P.. Auf dem
zweiten Best-Of „The Best of the Best“ der Band gibt es gleich zwei
neue Songs („Saturday Night’s alright for Fighting“ (Elton John-Cover
übrigens) und „Unreal“). Und besonders schön ist „Red, Hot & Crüe“
von Mötley Crüe. Der neue Song „If I die tomorrow“ ist das Beste, was
sie je gemacht haben, schon allein dieser Song rechtfertigt den Kauf.
Bei
Van Halen wieder Problematik Nr. 2, jedoch in abgeschwächter Form. Das
Best-Of-Album „Best of both Worlds“ enthält neue Songs, davon jedoch
gleich vier, was einen Kauf für Die-Hard-Fans eventuell schon
vertretbar macht.
So, ich hör auf und ärger mich noch ein
wenig über Deep Purple. Danach setze ich mich hin und freue mich, dass
ich sie mir im Februar 06 zusammen mit Alice Cooper in der Kieler
Ostseehalle ansehen werde.
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