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Metall macht Musik. Von Tim Eckhorst. Teil 24

Die Suche nach dem richtigen "Best-Of"

Das ist ja wohl der Betrug des Jahrhunderts! Da bin ich Ewigkeiten auf der Suche nach DEM ultimativen Deep Purple-Best Of-Album (die gibt’s ja wie Sand am Meer) und glaube es dann auch endlich in „30 : Very Best Of“ gefunden zu haben und dann das! Man hat es tatsächlich gewagt die „edited Version“ von dem Überhammer „Child in Time“ drauf zu packen. Sollen sie ja meinetwegen tun, falls jemand die gekürzte Version des Klassikers braucht, aber ich will definitiv die über zehn Minuten lange Original-Version, verdammt noch mal!


Warum ärgert mich das Ganze nun so? Die CD habe ich gebraucht gekauft und dementsprechend vorher nicht reingehört. Da aber auf der Rückseite in der Tracklist kein Vermerk von irgendeiner gekürzten Fassung war, habe ich mich gefreut endlich ein Deep Purple Best-Of mit den von mir gesuchten Titel gefunden zu haben („Black Night“, „Speed King“ und der Rest der Klassiker-Brigade eben). Nun halte ich also die CD in Händen und schlage erstmal das Booklet auf. Schade keine Songtexte, aber Schwamm drüber, hat man ja beim Best-Of in den seltensten Fällen. Ich beginne ein wenig die Details zu den Titel zu betrachten und dann sehe ich auch schon das Unheil: „Child in Time (Single Edit)“, die Hälfte der tollen Passagen fehlt!

Habe mir dann also doch noch die „In Rock“ gekauft, um die komplette Version des Songs hören zu können. Bereut habe ich es übrigens nicht, denn schließlich bietet „In Rock“ noch eine ganze Reihe weiterer schöner Hörgenüsse.

Zurück zur Problematik: Ich kenne ein paar Titel von verschiedenen Alben und hätte gern diese Titel alle vereint auf einer CD. Gibt es dann tatsächlich solch eine CD, kann ja immer noch der von mir geschilderte Fall eintreten.

Problematik Nr. 2: Eine geliebte Band bringt ein Best-Of raus und hat dafür einen neuen Song aufgenommen oder in den Archiven nach altem neuen Kram gesucht. Die Fans, die bereits alle Alben haben, stehen dann vor der Entscheidung: Kauf ich mir jetzt noch ein Best-Of, weil da ein neuer Song drauf ist? Bei Iron Maiden lohnt sich dies z.B., da mit dem Song „Virus“ ein echter Knaller auf dem „Best of the Beast“-Album ist. Bei anderen Bands sieht das anders aus. Judas Priest z.B. haben auf dem „Living after Midnight“-Best-Of keinen Song, den der Über-Fan nicht schon hat. Auch auf den anderen Best-Of-Scheiben der Band („Simply the Best“, „Breaking the Law“, „Metal Works 73 – 93“ etc.) findet sich nichts, was der große Fan nicht schon im Schrank hat. Das Live-Best-Of „Priest: Live & rare“ bietet auch nicht viel, außer unveröffentlichte Live-Aufnahmen und „Turbo Lover“ im Hi-Octane Mix. Besser ist da auch nicht unbedingt die 4 CD & 1 DVD-Box „Metalogy“, sieht man von den unveröffentlichten Live-Aufnahmenn ab, die es ja offenbar haufenweise gibt, ist da noch die Demo-Aufnahme von „Heart of a Lion“, die jedoch 2001 von ex- und jetzt wieder-Sänger Halford schön im Studio aufgenommen wurde und zudem auch irgendwo als Bonus Track in der Version von Judas Priest rumdüst, wozu also?

Anreiz bieten da schon eher W.A.S.P.. Auf dem zweiten Best-Of „The Best of the Best“ der Band gibt es gleich zwei neue Songs („Saturday Night’s alright for Fighting“ (Elton John-Cover übrigens) und „Unreal“). Und besonders schön ist „Red, Hot & Crüe“ von Mötley Crüe. Der neue Song „If I die tomorrow“ ist das Beste, was sie je gemacht haben, schon allein dieser Song rechtfertigt den Kauf.

Bei Van Halen wieder Problematik Nr. 2, jedoch in abgeschwächter Form. Das Best-Of-Album „Best of both Worlds“ enthält neue Songs, davon jedoch gleich vier, was einen Kauf für Die-Hard-Fans eventuell schon vertretbar macht.

So, ich hör auf und ärger mich noch ein wenig über Deep Purple. Danach setze ich mich hin und freue mich, dass ich sie mir im Februar 06 zusammen mit Alice Cooper in der Kieler Ostseehalle ansehen werde.


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