Die Casting-Shows rocken (schon wieder)!
Wah!
Nu Pagadi! Hat die noch einer im Hinterkopf? Diese In
Extremo-für-Arme-Nachmache von der Casting-Show "Popstars". War das
schrecklich, da hat der Metal-Fan nur gelacht, weil die Bandmitglieder
ganz offensichtlich keine Metaller waren, aber nun kam's anders, denn
der "Gecastete" bei "Deutschland sucht den Superstar" muss seine Rolle
nicht spielen. Da wird's dem Metaller unheimlich.
Alright, James
Hetfield- äh… Tobias Regner hat das Rennen gemacht! Keine Ahnung, was
ich da jetzt von halten soll, ist mir aber auch relativ egal, da ich in
Zukunft nicht vor habe, der Musik des Gewinners zu frönen. Jedoch
möchte ich betonen, dass ich nicht einer von diesen True Metallern bin,
die dem Tobias seine Teilnahme bei Bohlens Sendung so übel nehmen und
ihn dafür hassen und SOGAR für total "untrue" erklären.
Gerade
heute kam RTL wieder in irgendeiner Boulevard-Sendung mit ihren
hausgemachten Schlagzeilen: Tobias hat gewonnen, unglaublich! Einer der
Kandidaten hat tatsächlich gewonnen! Gibt's doch gar nicht! Und dann
auch noch der Rocker! Ich muss mich erstmal setzen!
Ganz
verwunderlich ist das ja nun nicht, schließlich ist Rock im Moment ja
nicht wirklich "out", warum also nicht mal einen Rocker vermarkten, der
offenbar sogar im richtigen Leben einer ist. Das Ganze könnte sogar
authentisch wirken, wenn unser strahlender Sieger nicht ausgerechnet
und unglücklicherweise mit Dieter Bohlen in Kontakt stehen würde.
Schade drum, denn das, was Herr Regner vermutlich gerne machen würde
(nämlich harte Musik) kann er sich jetzt wohl erstmal in die Haare
schmieren. Vermutlich steht er auch bei allen "Vollblut-Metallern"
nicht hoch im Kurs (und da solche Herren nachtragend sind, wird das
auch auf immer und ewig so bleiben). Selbiges Schicksal teilt auch
"Star Search"-Gewinner (noch so eine Sendung, wie viele gibt's
eigentlich davon!?) Martin Kesici. Der hat sich's nämlich mit den ganz
"Truen" ein für alle mal verscherzt. Nicht nur hat er bei einer
Casting-Show für Pop-Flittchen mitgemacht, nein, er hat auch noch
gewonnen (und das einfach mal so, weil er nix besseres zu tun hatte).
Klar, dass erstmal jeder das kurz darauf erschienene "Soft-Rock-Album"
ignoriert und boykottiert. Dass das zweite Album - laut Fachpresse -
schon wesentlich härter klingt, interessiert schon lange keinen mehr,
schließlich hat Martin Kesici, gennant Emkay, sich in Metaller-Kreisen
praktisch "strafbar" gemacht. Da hilft's auch wenig, dass Emkay
zusammen mit der ex-Nightwish-Sängerin Tarja Turunen (die ja schon ein
bisschen true ist, obwohl sie mit ihrer Band auch kommerziell
erfolgreich war…) einen Song aufnehmen durfte. In gut sortierten
Metal-Shops ist diese Single zwar zu haben, wird aber wohl ein
Ladenhüter bleiben, sofern kein Hardcore-Nightwish-Fan vorbeikommt, der
ALLES von der Band haben will und auch dafür Geld übrig hat. Tja, dumm
gelaufen. Von dem ganzen Spott lässt sich Martin Kesici jedoch nicht
unterkriegen und tritt 2005 auf dem Wacken Open Air als "Surprise Act"
auf. Da mit dem nun natürlich kein Metaller gerechnet hat, ist die
Überraschung wohl gelungen, jedoch beginnt schon kurz darauf das
Lästern über den Veranstalter - wie kann er nur?
Emkay müht
sich also auf der Bühne mit seiner Band ab, bekommt aber nur die
Rücken, Mittelfinger und vereinzelt auch die entblößten Hinterteile der
Besucher zu sehen, die Show zieht er trotzdem durch. Wer ist nun also
der Harte?
Am Rande bemerkt möchte ich noch hinzufügen, dass
ich den Auftritt auf dem Wacken Open Air nicht verfolgt habe, wohl aber
immer wieder Reaktionen auf die Nachricht, dass er spielt gehört und
mitbekommen habe. Pures Entsetzen, so schockt man Metaller. Und wenn
die Sache nun so aussieht, dass Emkay kommerziell nun wirklich nicht
besonders erfolgreich ist (SAT 1 will schon lange nix mehr von dem
wissen, denke ich), könnte man vielleicht auch mal riskieren in eine
neuere Platte reinzuhören, schließlich ist unser "Popstar" nicht mehr
so sehr an Vorgaben vom Sender/Produzenten gebunden und kann offenbar
auch mal härter zu Werke gehen.
Das war nun ein kleiner
Exkurs, zurück zu Tobias. Wie exemplarisch ja schon am Beispiel Emkay
dargestellt kann sich Tobias wohl schon mal von Anerkennung durch die
Metal- und Rock-Szene verabschieden. Sollte es mit der ganz großen
Karriere also nicht klappen (Rock wird schließlich nicht ewig "in"
bleiben) kann man ihm nur empfehlen sein Geld, von dem er im Moment
nicht unbedingt wenig verdient (laut RTL 3.000 € für eine
Autogrammstunde und etwa 450.000 Verdienst im ersten Monat), gut
anzulegen.
So, dann, alles Gute, Tobias und lass' dich von den
Metallern nicht unterkriegen, die sind nun mal so, aber das weißt du ja
und den Bohlen-Song (na ja, eigentlich von den "Backstreet
Boys"-Schreiberlingen Peter Wright und Jess Cates zusammengebraut), den
du da singen musst findest du selber bestimmt auch Scheiße, oder?
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