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W.A.S.P. - Back to Hamburg
Anno
2004 spielten die Amerikaner W.A.S.P. im Rahmen der „The Neon God“-Tour
in der Fabrik in Hamburg. Damals gab’s zuvor noch eine kleine
Autogrammstunde am Tourbus und danach eine nur 65-minütige Show. Viele
waren enttäuscht.
Nun, im Oktober 2006, erlebte ich einen
kleinen Deja-vú, abermals spielten W.A.S.P. in der Fabrik in Hamburg,
offenbar vor weniger Leuten, als noch 2004. Das mag am 2004er Auftritt
gelegen haben, der nicht überall Anklang fand, aber auch an der
Tatsache, dass die Band sich auf der „Dominator“-Tour befand, eine Tour
zu einem Album, das bisher noch nicht mal erschienen ist… nun gut. Guns
n’ Roses-artige Zustände kann man nicht erwarten, denn das Album wird
ganz sicher kommen, aber ein wenig komisch war’s schon. Wenig Promo und
die Tourdaten habe ich auch nur durch Zufall auf der Bandhomepage
gefunden, die ich mal wieder nach längerer Zeit besuchte. Also fix
Karten bestellt und gucken, was diesmal kommt.
Die Szene vor dem
Konzert ähnelte von Anfang an der von 2004. Schon eine Stunde und mehr
vor Einlass stehen vereinzelt Fans vor der Fabrik und auch der Tourbus
parkt wieder rechts daneben. Zwischen Fabrik und Tourbus ein paar
Autogrammjäger, die auf Frontmann Blackie Lawless warten, der diesmal
jedoch nur die Tür öffnet, um in die Fabrik zu marschieren, kein
einziges Autogramm. Aber so ist es ja immer, hat man ein CD-Booklet zum
Signieren mit, gibt’s nix, hat man nichts dabei, ist man der Band
plötzlich so nahe, dass man mit ihnen noch ein Kaffeekränzchen
veranstalten könnte. Egal!
Nach Einlass galt es erstmal eine
lahme Vorband namens House of Games zu überstehen. Sehr schleppend und
langsam, aber doch noch ein wenig melodisch ging man zu Werke, sehr
langweilig, wie ich finde.
Also lieber schnell her mit W.A.S.P..
Die lassen sich aber Zeit und hängen noch ‘ne Weile im Backstagebereich
rum. Schließlich ging das Licht aus. Als Intro hatte man mal wieder
„The End“ von The Doors ausgewählt (vermutlich gibt’s zur neuen Scheibe
noch kein Intro) und als ersten Song bekamen die Fans auch heute, wie
auch sonst fast immer „On your Knees“, was ja nicht unbedingt schlecht
ist. Meine Erwartung vielleicht auch schon einen neuen Song zu hören,
wurde gleich zerstört, da Blackie früh und gleich mehrmals ankündigte,
dass man Songs spielen werde, die man teilweise seit 20 Jahren nicht
live gespielt hat – da hat natürlich auch niemand etwas gegen.
So
kam es, dass man nicht die übliche Setlist auf den Boden klebte. Sogar
„Hate to love me“ kam gleich als zweiter Song daher. Als Track vom noch
recht jungen Werk „Unholy Terror“ (2001) also kein Klassiker und von
daher auch noch nicht live gehört, kommt bei der Menge aber gut an.
Offenbar trifft die Behauptung, dass die Fans die alten Sachen hören
wollen nicht unbedingt immer zu. Aber nicht nur „Hate to love me“ gab’s
als Überraschung, auch „Widowmaker“ wurde ausgegraben, super geil! Aber
es kam noch besser: „Arena of Pleasure“ vom „The Crimson Idol“-Album
wurde angekündigt. Schon seit Jahren ein von mir heißgeliebter Song und
den nun auch noch live - ich bin immer noch völlig begeistert. Um die
Fans noch glücklicher zu machen, hatte die Truppe auch den Titeltrack
des genannten Albums - „The Idol“ - begleitet von einem wahnsinnigen
Gitarrenteil, in die Setlist gepackt. Einmal andächtig stehen und
zugucken, bitte!
“Sleeping in the Fire“ gehörte übrigens auch
zum Set, oft live gespielt, diesmal auch wieder ein Spaß, ach ja, und
„The Headless Children“ war am Start. Standardprogramm war in Form von
„L.O.V.E. Machine“, „I wann be somebody“, „Blind in Texas“ (zweite
Zugabe) und „Wild Child“ vertreten.
Bevor’s aber „Blind in
Texas“ gab, war natürlich zunächst die erste Zugabe dran: Alles dunkel,
Fans fordern eine Zugabe und plötzlich erschallen Kettensägengeräusche,
ganz klar, „Chainsaw Charlie“ ist am Zuge. Schon geht’s los und diesmal
auch nicht im Medly gekürzt, sondern komplett in allen Einzelheiten!
Zwar
spielte die Band diesmal auch nur knapp 10 Minuten länger, aber dafür
hatte man offenbar jeden zufrieden gestellt, man soll ja auch aufhören,
wenn’s am schönsten ist oder so… und der Blackie weiß das offenbar.
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