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Ein Hoch auf den Kopierschutz!
Das
erste Mal bin ich 2003 mit einem CD-Kopierschutz in Kontakt gekommen
(Iron Maidens „Dance of Death“). Das war schon ‘ne tolle Sache, gerade
weil er nicht funktionierte. Auf einer Party war es somit später
möglich die CD auch am PC zu hören, der als Anlage fungierte.
Kopierschutz war bisher für mich also kein Thema - CD läuft im
CD-Player, CD läuft im PC-Laufwerk und die CD lässt sich sogar auf dem
Computer speichern, ohne illegalerweise einen Kopierschutz umgehen zu
müssen.
Dass es noch mal anders kommen sollte, habe ich ja
schon fast befürchtet, so wie es kam, aber nicht erwartet. Das Ganze
begann mit einem harmlosen Sampler, der allerlei, auf rock-getrimmte
Coversongs, bekannter Gassenhauer enthielt. Um das Ding (oder Teile
davon) auch im Auto hören zu können, schob ich die Scheibe also in den
PC, um einige Tracks zu speichern. Hm, geht nicht. Komisch. Probieren,
probieren, Laufwerk wechseln, tut sich nix. Merkwürdig, merkwürdig.
Irgendwann nahm der zerstreute Kolumnist dann die Hülle in die Hand -
und siehe da: Ein freundlicher Aufkleber weist mich auf Folgendes hin:
„Auf PC/Mac nicht abspielbar.“ Nun gut, dann soll's eben so sein. Gibt
ja genug Anderes, was man im Auto hören kann.
Der nächste
Vorfall ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Ein Sampler eines
bekannten, ehemaligen Musiksenders bringt mich zum Verzweifeln. CD rein
in eine Anlage und die CD startet wie erwartet (wie CDs das nun mal so
machen). Der zweite Hördurchgang sollte an einer anderen Anlage
stattfinden, die leider keinen integrierten CD-Player mehr hat. Dafür
übernimmt nun aber ein japanischer Hilfsarbeiter den Job. CD rein in
den Discman, läuft nicht. Komisch, sonst ging das Ding doch immer, an
der CD kann’s ja nicht liegen, die lief im anderen CD-Player ja auch,
sollte der Discman etwa schon wieder kaputt sein (ich habe einen hohen
Verschleiß, was die Geräte betrifft)? Nö, mit anderen CDs geht’s. Also
noch mal ganz von vorne. CD rein, Klappe dicht, starten und los - kommt
nix!
Ich betreibe also Ursachenforschung und schaue dazu
zunächst auf die Hülle. Gaaanz klein steht dort, wo eigentlich niemand
mehr liest, dass das Produkt kopiergeschützt ist und „ausschließlich
für den Gebrauch in herkömmlichen Heim-CD-Audio-Playern bestimmt ist
und möglicherweise auf anderen Geräten - insbesondere Computern, nicht
abspielbar.“ sein könnte - Kopierschutz at it's best!
Ich war
nun so ehrlich und kaufe mir eine CD, während die halbe Welt sich den
ganzen Kram runterladen würde und was bekomme ich dafür? ‘Ne schicke
Verpackung, der zufällig eine nicht funktionstüchtige CD beiliegt.
Leute, ich liebe Technik! Man hat hier offenbar einen so genialen
Kopierschutz entwickeln, der die CD so sehr schützt, dass sie nicht mal
läuft. Bombensicher das Ganze und ich gucke in die Röhre!
Nun
ja, sicher habe ich selber Schuld, denn das Kleingedruckte habe ich ja
vorher nicht gelesen, denn sonst hätte ich mir vorher Gedanken machen
können, ob mein Discman überhaupt ein „herkömmlicher
Heim-CD-Audio-Player“ ist. Vermutlich nicht. Ein Discman fällt also
schlussfolgernd nicht in die Kategorie „Heim-CD-Audio-Player“, ist ja
schließlich auch für unterwegs das Teil, lasst euch das gesagt sein!
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