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Metall macht Musik. Von Tim Eckhorst. Teil 37
Ein Hoch auf den Kopierschutz!

Das erste Mal bin ich 2003 mit einem CD-Kopierschutz in Kontakt gekommen (Iron Maidens „Dance of Death“). Das war schon ‘ne tolle Sache, gerade weil er nicht funktionierte. Auf einer Party war es somit später möglich die CD auch am PC zu hören, der als Anlage fungierte. Kopierschutz war bisher für mich also kein Thema - CD läuft im CD-Player, CD läuft im PC-Laufwerk und die CD lässt sich sogar auf dem Computer speichern, ohne illegalerweise einen Kopierschutz umgehen zu müssen.

Dass es noch mal anders kommen sollte, habe ich ja schon fast befürchtet, so wie es kam, aber nicht erwartet. Das Ganze begann mit einem harmlosen Sampler, der allerlei, auf rock-getrimmte Coversongs, bekannter Gassenhauer enthielt. Um das Ding (oder Teile davon) auch im Auto hören zu können, schob ich die Scheibe also in den PC, um einige Tracks zu speichern. Hm, geht nicht. Komisch. Probieren, probieren, Laufwerk wechseln, tut sich nix. Merkwürdig, merkwürdig. Irgendwann nahm der zerstreute Kolumnist dann die Hülle in die Hand - und siehe da: Ein freundlicher Aufkleber weist mich auf Folgendes hin: „Auf PC/Mac nicht abspielbar.“ Nun gut, dann soll's eben so sein. Gibt ja genug Anderes, was man im Auto hören kann.

Der nächste Vorfall ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Ein Sampler eines bekannten, ehemaligen Musiksenders bringt mich zum Verzweifeln. CD rein in eine Anlage und die CD startet wie erwartet (wie CDs das nun mal so machen). Der zweite Hördurchgang sollte an einer anderen Anlage stattfinden, die leider keinen integrierten CD-Player mehr hat. Dafür übernimmt nun aber ein japanischer Hilfsarbeiter den Job. CD rein in den Discman, läuft nicht. Komisch, sonst ging das Ding doch immer, an der CD kann’s ja nicht liegen, die lief im anderen CD-Player ja auch, sollte der Discman etwa schon wieder kaputt sein (ich habe einen hohen Verschleiß, was die Geräte betrifft)? Nö, mit anderen CDs geht’s. Also noch mal ganz von vorne. CD rein, Klappe dicht, starten und los - kommt nix!

Ich betreibe also Ursachenforschung und schaue dazu zunächst auf die Hülle. Gaaanz klein steht dort, wo eigentlich niemand mehr liest, dass das Produkt kopiergeschützt ist und „ausschließlich für den Gebrauch in herkömmlichen Heim-CD-Audio-Playern bestimmt ist und möglicherweise auf anderen Geräten - insbesondere Computern, nicht abspielbar.“ sein könnte - Kopierschutz at it's best!

Ich war nun so ehrlich und kaufe mir eine CD, während die halbe Welt sich den ganzen Kram runterladen würde und was bekomme ich dafür? ‘Ne schicke Verpackung, der zufällig eine nicht funktionstüchtige CD beiliegt. Leute, ich liebe Technik! Man hat hier offenbar einen so genialen Kopierschutz entwickeln, der die CD so sehr schützt, dass sie nicht mal läuft. Bombensicher das Ganze und ich gucke in die Röhre!

Nun ja, sicher habe ich selber Schuld, denn das Kleingedruckte habe ich ja vorher nicht gelesen, denn sonst hätte ich mir vorher Gedanken machen können, ob mein Discman überhaupt ein „herkömmlicher Heim-CD-Audio-Player“ ist. Vermutlich nicht. Ein Discman fällt also schlussfolgernd nicht in die Kategorie „Heim-CD-Audio-Player“, ist ja schließlich auch für unterwegs das Teil, lasst euch das gesagt sein!


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