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Black Metal ist kein Krieg
Wenn
auch in eine etwas andere Richtung gehend, muss ich nun offenbar
Nargaroths 2001er Albumtitel "Black Metal ist Krieg" ein wenig auf
seinen Wahrheitsgehalt überprüfen. Wie der Kolumnist dazu kommt? Es
liegt an der Regisseurin Sung-Hyung Cho, die gerade für ihren so
genannten Heimatfilm "Full Metal Village", einer Dokumentation über das
Dorf Wacken, in dem jährlich das gut besuchte (2007: etwa 65.000 Gäste)
Wacken Open Air stattfindet, den Max-Ophüls-Preis erhalten hat.
Nun
hat sich die seit 17 Jahren in Hessen lebende Südkoreanerin aber viel
eher mit dem Dorf, als mit dem jährlichen Großereignis "WOA"
beschäftigt und gerade dies mag das Interessante sein, denn im
Interview mit dem NDR spricht sie im Zusammenhang mit Wacken von einer
"Utopie", was im Prinzip mehr als nahe liegend ist. Mit den Problemen
sich als Ausländerin an die Gegebenheiten und vor allem die Mitmenschen
zu gewöhnen ist Sung-Hyung Cho bestens vertraut. So schien die
Regisseurin offenbar sehr überrascht, mit welcher Offenheit man ihr in
Wacken begegnete.
In Wacken treffen während des Open Airs
Menschen aus aller Welt zusammen. Verschiedenste Kulturen prallen
aufeinander, das Einzige was alle zu verbinden scheint ist die Musik
und diese sorgt schlussendlich auch dafür, dass es keine Reibereien
gibt. Wo man sonst bei einem Aufeinandertreffen derartiger
Menschenmassen verschiedener Herkunft Konflikte erwartet, findet man in
Wacken eine einzige Party vor - schon fast unheimlich.
Man
muss allerdings nicht lange warten, bis Leute daher kommen, die erbost
feststellen, dass die Metal-Bands allerlei unfreundliche Dinge besingen
- Tod und Teufel sind keine Seltenheit. Vermutlich ist es aber auch
gerade die Thematik der Musik, die es dem Publikum ermöglicht sich in
aller Ruhe feiernd des Alltagsstresses zu entledigen. Gewalttätige
Übergriffe in Wacken? Fehlanzeige!
Welche weiteren Aspekte
"Full Metal Village" nun noch finden wird, kann hier sicher sehr
spannend werden, denn Wacken ist definitiv ein großes Vorbild für -
vielleicht sogar - den Rest der Welt. Auch wenn man wirtschaftlich
gesehen für die Austragung eines Festivals keinen ungünstigeren Ort als
Wacken hätte wählen können, liegt man doch, was die Mentalität der
Dorfbewohner betrifft goldrichtig, denn diese feiern ihr Dorf während
des Festivals eben so, wie die zahlreichen Besucher - die Welt feiert
gemeinsam in einem kleinen Kuhkaff in Schleswig-Holstein. Utopie?
Vielleicht.
Die Premiere der Dokumentation findet übrigens - wie
sollte es anders sein - in Wacken statt. Fans können sich da schon mal
den 18.4.2006 im Kalender ankreuzen. In diversen Kinos wird der Film
dann ab dem 19.4. zu sehen sein. Viel Spaß!
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