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Metall macht Musik. Von Tim Eckhorst. Teil 42

Rock 'n Roll über HH

 
Vielleicht nicht ganz passend für eine Metal Kolumne, aber da bei der folgenden Band die AC/DC-Anleihen nicht von der Hand zu weisen sind, gibt's einen kleinen Bericht über das gestrige (28.2.07) Konzert in Hamburg: Jet!

Vor Jet gab's noch die Vorband The Blue Van aus DK, eine dieser Bands mit einem "The" davor, die vergessen hat in welchem Jahrzehnt/Jahrhundert wir leben. Ich mag so was ja eigentlich auch ganz gerne, aber wenn schon Hammondorgel, dann auch richtig und gerne auch von Steppenwolf und Co. Schöne Darbietung, es wurde kräftig gerockt und auch die Orgel wurde so stark bearbeitet, dass sie teilweise auseinander fiel (Reparaturversuche während der Show scheiterten)… schön, schön, auch wenn es ungefähr hunderte anderer Bands gibt, die derzeit Retro Rock dieser Art machen.

Danach gab's noch Fuzzy Casino aus Berlin, die offenbar einen Talentwettbewerb von Jack Daniels gewonnen hatten und nun im Vorprogramm von Jet spielen durften. Die jungen Herren gaben sich sehr bescheiden und freuten sich über das begeisterte Publikum. Was sie ablieferten war auch sehr hörbar, auf Dauer allerdings etwas öde… Popmusik mit Gitarren sozusagen.

Nach kurzer Umbauzeit ging's dann aber auch mit der Hauptband Jet und dem Intro "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" von Hans Albers los. Eine Band, die, wie AC/DC, aus Australien kommt und vor allem auf ihrem ersten Album "Get born" verdammt nach eben jener landesverwandten Band klang.

Auf dem zweiten Album "Shine on" sieht das Ganze allerdings schon ein wenig anders aus, dennoch fügen sich alle Songs in der Setlist gut zusammen. Der Auftritt besteht dann vorwiegend aus schnellen und langsamen Passagen. Zunächst gibt's den Block mit den Balladen (u.a. "Shine on") und danach kam dann der "Rocker-Block", u.a. mit dem Gassenhauer und wohl bekanntesten Song "Are you gonna be my Girl?". Dass den Herren der Rock ´n' Roll im Blut zu stecken scheint, wird schnell deutlich und vor allem noch mal unterstrichen, als Sänger und Gitarrist Nic Cester sich die höchste Box zum Draufklettern aussucht, um nach kurzer Zeit gitarrespielend von dieser runterzuhüpfen, was immerhin eine Höhe von gut 2,5 m gewesen sein dürften und mit einer Bruchlandung auf dem Boden endete. Keine Verletzten, dafür aber begeisterte Fans. Was will man mehr? Feiner Rock ´n' Roll mit einer Prise Selbstzerstörung und glückliche Menschen.

Was allerdings ein wenig auffällig war, war das "Becherwerfen". Vielleicht gilt das in Hamburg ja neuerdings als eine Art der Zuneigung, wenn man den Sänger bewirft (Pfiffe waren früher ja auch zunächst etwas Negatives), aber so ganz großartig sind die Typen, die sich das ausgedachten haben nicht, Herrn Cester scheint's jedenfalls nicht so sehr gefallen zu haben. Wie auch immer, ein schöner Abend, bei dem mal kräftig gerockt werden durfte!


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