Dave Mustain is Megadeth
Am 19. Juni 2007 kreuzten Megadeth mal wieder in Hamburg auf. Ein Grund eine kleine Tagestour von Kiel nach HH anzutreten.
Bevor
Dave Mustain und seine Mannen die Bühne enterten, gab's Enemy of the
Sun, die neue Band von ex-Grip Inc.-Lärmer Waldemar Sorychta - keine
schlechte Sache, wenn auch zeitweise monoton. Allerdings gab's gerade
zum Schluss einige Stücke mit diversen Einflüssen, die ganz sicher
nicht aus der "Geballerfraktion" stammen.
Deutlich mehr Stimmung
gab's dann allerdings, als Megadeth die Bühne betraten. Gleich der
Opener des neuen Albums und der Tournee-Setlist "Sleepwalker" wusste
die Anwesenden in Bewegung zu bringen und das nicht zu wenig. In den
ersten Reihen wurde es warm und ungemütlich, was aber nicht zuletzt für
die Band und das neue Material spricht. Den ersten Klassiker des Abends
gab's dann gleich in Form des dritten Songs: "Skin o' my Teeth". Super
Sache, allerdings wird hier schon das Mustain'sche Dilemma deutlich.
Eigentlich sind Megadeth anno 2007 gar nicht Megadeth, denn einzig
verbleibendes Originalmitglied ist Dave Mustain himself. Der übernimmt
zwar die wichtigen Parts des Gitarrenspiels und Gesangs, doch mit "Skin
o' my Teeth" hat der Rest der aktuellen Mannschaft herzlich wenig zu
tun. Was das Line-Up des aktuellen Albums "United Abominations" und der
dazugehörigen Tour bietet, ist im Prinzip eine neue Band, die natürlich
nicht "Band XY" heißt, sondern "Megadeth", denn das ist kommerziell
gesehen sicherlich der klügere Schachzug. So ist es schon passend, dass
allerlei vom neuen Album gespielt wurde, denn das ist es schließlich
auch, was die auf der Bühne stehende Truppe repräsentieren sollte, man
hat es ja nicht mehr mit der gleichen Band wie vor 10 Jahren zu tun.
Vielleicht mag auch gerade das der Grund dafür sein, dass in der
Setlist "Youthanasia", "Risk" und "The World needs a Hero" komplett
fehlen. Alles schöne Alben, wobei sich das Fehlen von "Risk"-Songs
vielleicht dadurch erklären lässt, dass man im Zusammenhang mit diesem
Album nicht gerade vom größten Erfolg der Band spricht (um's
festzuhalten: Ich mag das Album). Dass "The World needs a Hero"
komplett übergangen wurde, ist auch schade, gerade ein Song wie "Dread
and the Fugitive Mind" hätte sich gut gemacht. Erfreulicherweise gab's
aber "She-Wolf" zu hören, was definitiv eine der großartigsten Songs
der Band ist. Das obligatorische "Symphony of Destruction" fehlte am
Ende nach diversen Klassikern aus den 80ern natürlich auch nicht.
Abgesehen davon war es besonders schön den neuen Überhammer "Washington
is next!" live zu hören. Ich will ja nichts prophezeien, aber wenn das
kein zukünftiger Klassiker wird, dann weiß ich auch nicht.
Zusammenfassend
ein super Konzert mit einem gut gelaunten Dave Mustaine, der sich für
seine Fans ins Zeug legte (was der Rest der Band übrigens eben so tat).
Megadeth live - ich kann's nur empfehlen.
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