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Metall macht Musik. Von Tim Eckhorst. Teil 46

Dave Mustain is Megadeth


Am 19. Juni 2007 kreuzten Megadeth mal wieder in Hamburg auf. Ein Grund eine kleine Tagestour von Kiel nach HH anzutreten.

Bevor Dave Mustain und seine Mannen die Bühne enterten, gab's Enemy of the Sun, die neue Band von ex-Grip Inc.-Lärmer Waldemar Sorychta - keine schlechte Sache, wenn auch zeitweise monoton. Allerdings gab's gerade zum Schluss einige Stücke mit diversen Einflüssen, die ganz sicher nicht aus der "Geballerfraktion" stammen.

Deutlich mehr Stimmung gab's dann allerdings, als Megadeth die Bühne betraten. Gleich der Opener des neuen Albums und der Tournee-Setlist "Sleepwalker" wusste die Anwesenden in Bewegung zu bringen und das nicht zu wenig. In den ersten Reihen wurde es warm und ungemütlich, was aber nicht zuletzt für die Band und das neue Material spricht. Den ersten Klassiker des Abends gab's dann gleich in Form des dritten Songs: "Skin o' my Teeth". Super Sache, allerdings wird hier schon das Mustain'sche Dilemma deutlich. Eigentlich sind Megadeth anno 2007 gar nicht Megadeth, denn einzig verbleibendes Originalmitglied ist Dave Mustain himself. Der übernimmt zwar die wichtigen Parts des Gitarrenspiels und Gesangs, doch mit "Skin o' my Teeth" hat der Rest der aktuellen Mannschaft herzlich wenig zu tun. Was das Line-Up des aktuellen Albums "United Abominations" und der dazugehörigen Tour bietet, ist im Prinzip eine neue Band, die natürlich nicht "Band XY" heißt, sondern "Megadeth", denn das ist kommerziell gesehen sicherlich der klügere Schachzug. So ist es schon passend, dass allerlei vom neuen Album gespielt wurde, denn das ist es schließlich auch, was die auf der Bühne stehende Truppe repräsentieren sollte, man hat es ja nicht mehr mit der gleichen Band wie vor 10 Jahren zu tun. Vielleicht mag auch gerade das der Grund dafür sein, dass in der Setlist "Youthanasia", "Risk" und "The World needs a Hero" komplett fehlen. Alles schöne Alben, wobei sich das Fehlen von "Risk"-Songs vielleicht dadurch erklären lässt, dass man im Zusammenhang mit diesem Album nicht gerade vom größten Erfolg der Band spricht (um's festzuhalten: Ich mag das Album). Dass "The World needs a Hero" komplett übergangen wurde, ist auch schade, gerade ein Song wie "Dread and the Fugitive Mind" hätte sich gut gemacht. Erfreulicherweise gab's aber "She-Wolf" zu hören, was definitiv eine der großartigsten Songs der Band ist. Das obligatorische "Symphony of Destruction" fehlte am Ende nach diversen Klassikern aus den 80ern natürlich auch nicht. Abgesehen davon war es besonders schön den neuen Überhammer "Washington is next!" live zu hören. Ich will ja nichts prophezeien, aber wenn das kein zukünftiger Klassiker wird, dann weiß ich auch nicht.

Zusammenfassend ein super Konzert mit einem gut gelaunten Dave Mustaine, der sich für seine Fans ins Zeug legte (was der Rest der Band übrigens eben so tat). Megadeth live - ich kann's nur empfehlen.


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