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Metall macht Musik. Von Tim Eckhorst. Teil 57

Headbanger's Open Air 2008

Oft erwähnt und immer wieder begeistert resümiert: Das norddeutsche Headbanger's Open Air. Von einem Haufen Idealisten betrieben und organisiert, fand das Festival im Jahre 2008 bereits zum elften Mal statt.

Am HOA-Donnerstag war ich zu weiten Teilen verhindert, so dass ich morgens nur in einem Zelt, das mir zu Ausstellungszwecken für das "Metall macht Musik"-Buch zur Verfügung gestellt wurde (vielen Dank nochmals!), einige Bilder aufhängen konnte und dann auch gleich wieder abzischen musste. Dadurch entgingen mir u.a. Exodus und die NWoBHM-Cover-Band Roxxcalibur, auf die ich sehr neugierig gewesen wäre. Nun dann, dem will ich nicht länger nachtrauern und beginne mit dem Freitag. Zum Programm erschien ich auch hier nicht ganz rechtzeitig, kam aber ab der dritten Band - namentlich Mortal Sin - an und durfte noch miterleben wie die Australier euphorisch abgefeiert wurden. Weiter ging's mit den NWoBHM-Veteranen von Sweet Savage, die sicherlich vor allem durch ihren Song "Killing Time" bekannt sind. Auch die Leute, die nur hin und wieder zu den härteren Scheiben greifen kennen den Song unter Umständen, denn eine Coverversion jenes Klassikers befindet sich auf dem Metallica-Album "Garage Inc.". Als Randnotiz sei noch hinzugefügt, dass Sweet Savage demnächst mit Metallica in Dublin spielen werden. Vorher gab's aber erstmal auf dem HOA eine solide Show!

Höchst angenehme und zeitweise sehr old-schoolige Klänge (wen wundert's?) gab's im Folgenden von Lethal. Bei bestem Wetter auf'm Festival hocken und Töne, die bei Queensrÿche und Iron Maiden durchaus mithalten können hören - was gibt's Schöneres an einem warmen Sommertag? At War packen das Ganze danach etwas härter an. Der Thrash-Hammer kreist und kann mich nicht so sehr überzeugen wie vorangegangene Bands. Impaler sind dann auch nicht so ganz meine Baustelle. Geschminkte Typen - alles schön und gut - aber die genaue Funktion des Typen, der im weißen, mit roter Farbe beschmiertem Kittel wie blöd über die Bühne tobte, sich gegen Wände schmiss und ab und an mal - neben dem "richtigen" Sänger - etwas ins Mikro schrie, ist mir immer noch ein wenig schleierhaft. Détente gefielen mir danach um einiges besser. Obwohl die Band schon seit Urzeiten aktiv ist, hatte ich noch nie etwas von ihr gehört, offenbar war ich aber nicht zu spät mit dem Kennenlernen, denn Dampf wird immer noch gemacht.

Mein persönliches Highlight stellte allerdings Blaze Bayley dar, den ich zuvor bereits bestens gelaunt bei seiner Autogrammstunde getroffen hatte. Mit neuer Band und neuem Album bewaffnet legten die Herren gegen 22.15 Uhr los. Abgeliefert wurde Hit nach Hit, sowohl aus der Blaze-Ära, als auch Iron Maiden-Stücke, so wie ganz neues Material (einzig die Wolfsbane-Hits fehlten). Wenn ich jetzt einige Titel nenne, wird den Daheimgebliebenen sicherlich das Wasser im Munde zusammenlaufen: "The Tenth Dimension", "Lord of the Flies", "Born as a Stranger", "The Launch", "Futureal", "Kill and destroy", "Alive", "Identity", "Man on the Edge" etc. Einfach nur großartig, ein hyperaktiver Blaze tobt hochmotiviert über die Bühne und liefert dabei eine 1A-Gesangsleistung ab. Auch der Rest der Band hilft tatkräftig mit den Auftritt in einem Wirbelsturm zu verwandeln. Technische Ausfälle konnten dem auch nichts anhaben. Kurzzeitig nur mit Bass, Schlagzeug und Gesang "bewaffnet" versteht es Entertainer Blaze Bayley das Publikum trotzdem durch "Kill"- und "Destroy"-Rufe bei Laune zu halten. Egal wo, egal wann, Blaze seh' ich mir jederzeit gerne wieder an (und wenn ich jetzt richtig gut drauf wäre, hätte ich diese Zeile vielleicht noch zu einem Reim machen können).

Zwischen der letzten Band des Abends - Sodom - und Blaze gab's dann noch eine feine Feuershow. Tolle Sache!

Sodom dagegen sah ich mir nur kurz aus weiter, weiter Ferne an. Ich werde mit der Band einfach nicht richtig warm.

Am Samstag war ich erst zum Destructor-Gig vor Ort. Musikalisch befanden sich die US-Amerikaner auf dem genau dem richtigen Festival. Ich, der es zwar gerne etwas klassischer mag, dafür aber auch gerne mit ein wenig mehr Melodie, fieberte eher Praying Mantis entgegen, eine meiner absoluten Lieblingsbands.

Während die Briten vor zwei Jahren vor allem Material neueren Datums präsentierten, stand der Gig in diesem Jahr ganz im Zeichen der Anfangstage. "Children of the Earth", "Panic in the Streets", "Captured City", "Thirty Pieces of Silver", "Flirting with Suicide", "Turn the Tables", sowie das abermals beeindruckende "Lovers to the Grave" kamen wunderschön rüber. Der Leadgesang wurde diesmal komplett von Mike Freeland übernommen, so dass z.B. "Panic in the Streets" nochmals ein neues Gewand bekam, denn ursprünglich sang hier Gitarrist Tino Troy. Ein Song neueren Datums war auch dabei: "Rise up again", wohl einer der großartigsten Songs der Band. Neuzugang Andy Burgess fügte sich gut ein und ließ Dennis Stratton nicht allzu sehr vermissen.

Axehammer kannte ich zuvor auch nicht, konnte mich jedoch sehr schnell für diese erwärmen. Wie viele andere Bands aus den USA angereist, spielten die Herren ziemlich klassischen Heavy Metal mit leichtem "Teutonen-Einschlag". Schnelle, eingängige Songs, die das Zuhören zu einer wahren Freude machen.

Für mich ging es danach zunächst zur Autogrammstunde von Rebellion, die allerdings - soweit ich das überschauen kann - nicht erschienen. Nun gut. Praying Mantis kreuzten danach allerdings auf und allen voran Chef-Gutelauneverbreiter Tino Troy begab man sich ans Signieren. Fotos wurden auch in Massen gemacht, so dass die Band einige Zeit benötigte, bis jeder zu Frieden gestellt war.

Wenn schon nicht zur Autogrammstunde, dann zumindest zum eigenen Gig: Rebellion waren da und legten in bewährter, "truer" Form los. Was zeitweilig ein wenig langweilig wurde, konnte zum Ende hin dann doch noch mal begeistern und zwar mit "Disdaining Fortune" und dem Grave Digger-Klassiker "Rebellion".

New Eden zischten auf Grund einer Pause meinerseits dann eher an mir vorbei. Picture dagegen nicht. Mit ihrem Klassiker "Eternal Dark" (vor Jahren mal von HammerFall gecovert), begeisterten die doch schon etwas gealterten Herren sicherlich nicht nur die vordersten Ränge.

Beehler wurde dann mehr oder weniger ausgelassen, denn einer muss ja noch die Bilder im Zelt wieder wegschaffen. Da ich mich noch rechtzeitig auf den Heimweg machen musste (am Sonntag früüüüh aufstehen), verpasste ich leider, leider, leider die finale Show der Band mit dem wirklich unschönen Namen Death SS. Nun denn, ärgern lohnt nicht, darum ist an dieser Stelle Schluss.

Immer weiter so in Brande-Hörnerkirchen, großartiges Festival! Vielen Dank an dieser Stelle auch noch an die "Fotobeauftragte" Tina Eckhorst!
 
Der Kolumnist mit Blaze Bayley vor seinem gezeichneten Ebenbild
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Tino Troy von Praying Mantis
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Blaze Bayley live
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Die Ausstellung mit dem Museumsdirektor
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Praying Mantis haben sich entdeckt
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Schönes Wetter, Zelt und Bilder
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Und zum Abschluss noch ein kurzes Youtube-Video der Buchpräsentation.

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