Blaze' unvergessliche
Nacht
Totgesagte leben länger, weiß ja jeder.Erfreulicherweise gilt das auch für Blaze Bayley, ehemaliger Sänger von Iron Maiden, der von einer hässlichen Situation in die nächste geriet. Das Comeback-Album „The Man who would not die“ (nebenbei bemerkt ein ziemlicher Hammer), wirkte im Sommer 2008 wie ein echter Befreiungsschlag. Blaze war mit neuer Band zurück auf den Bühnen und sämtliche Probleme erstmal Geschichte.
Erschreckenderweise dauerte es nicht lange, bis sich neue Unwegsamkeiten anbahnten. Ehefrau, Managerin und Blaze’ Lebensretterin Debbie stirbt an den Folgen einer Hirnblutung im September 2008. Trotz allem entschließt sich die Band das fortzuführen, was die verstorbene Freundin und Managerin für sie aufgebaut hat. So bleibt auch das für einen DVD/CD-Mitschnitt vorgesehene Konzert im Schweizer Z7 auf dem Tourplan. Im Dezember 2008 ist es soweit, die Blaze Bayley Band steigt vor voller Hütte auf die Bühne.
Festgehalten wurde das Ganze wie schon erwähnt auf DVD und Doppel-CD mit dem Titel „The Night that will not die“. Im Gegensatz zur DVD enthält die CD einen Song mehr („The Launch“), der bei der DVD dem Schnitt zum Opfer fiel.
Das Konzert geht sofort mit Beginn und dem Song „The Man who would not die“ in die Vollen. Die Band wirkt sehr eingespielt und präsentiert einen großen Haufen neuer Songs, sowie Songs vorangegangener Blaze-Soloalben und vier Iron Maiden-Songs.
Auffällig ist, dass das Liedgut wesentlich roher klingen, als man es aus der Maiden- und/oder Blaze-Ära kannte. Älteren und neueren Songs wird ein einheitliches Gewand verpasst und man kommt so in den Genuss eines 21 Songs umfassenden Konzertes, das komplett rund ist. Blaze schafft es mit den neuen Songs ebenso zu begeistern, wie mit den altbekannten. Die sehr authentische Liveatmosphäre tut ihr übriges. So bekommt man trotz zahlreicher digitaler Nachbearbeitungsmöglichkeiten der heutigen Zeit sofort das Gefühl, dass da nicht lange korrigiert, geschraubt und nachgebessert wurde. Ein herrliches unverfälschtes Dokument eines langen und offenbar heißen Liveabends. Auf Grund dieser schönen Tatsache verzeiht man dann auch holprig klingende Passagen wie z.B. die ersten Töne von „Ghost in the Machine“ oder den Mittelteil von „Edge of Darkness“. Vielmehr ist hervorzuheben wie einigen Songs eine ganz neue Dimension verliehen wird. „Futureal“ kommt beispielsweise derart flott und fehlerfrei daher, dass ein Verstecken hinter der Iron Maiden-Studioversion gar nicht erst zur Debatte steht. Dies und die Tatsache, dass Blaze ausgezeichnet bei Stimme ist, sorgen auch dafür, dass einen die Energie mitreißt und so auch von mir bisher als eher unspektakulär empfundene Stücke wie „Ten Seconds“ zu echten Knallern werden.
Seine Klasse stellt Blaze nochmals zum Ende unter Beweis, wo er sich nicht scheut mit einem zu Atemnot führenden Song zu schließen: „Robot“.
Mit Blaze Bayley ist also wieder verstärkt zu rechnen. Auf dem Wacken Open Air 2009 war die Band als Gäste anwesend und Blaze verriet mir, dass bereits für Februar 2010 das nächste Studioalbum geplant sei.
Unbedingt mal die Webseite auschecken!
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