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Metall macht Musik. Von Tim Eckhorst. Teil 67

Blaze Bayley - Promise and Terror

Man mag es kaum glauben: Das Comeback-Album „The Man who would not die“ von Blaze Bayley ist auch schon wieder ein paar Monate alt. Aber nicht so alt, dass man die Band angesichts des Anfang 2010 erschienenen Nachfolgers „Promise and Terror“ nicht als sehr fleißig bezeichnen würde. In den gut 1 ½ Jahren, die zwischen den beiden Alben liegen, ist nebenbei bemerkt auch noch ein Live-Album („The Night that will not die“) erschienen. Was ist nun also von einem Album zu erwarten, dass irgendwo zwischen der Erstveröffentlichung, ausgiebigem Touren und erneuten privaten Rückschlägen entstanden ist?

In erster Linie ein erstaunlich mutmachendes Werk! So schlimm es klingen mag, aber Blaze und Band dürften mittlerweile an große und kleine Krisen gewöhnt sein und so bietet „Promise and Terror“ mehr als je zuvor allen etwaigen Dunkelheiten im Leben die Stirn. Allen voran hat mich der Song „Faceless“ total begeistert. Von vorne bis hinten wird Gas gegeben und der Refrain ist nach dem ersten Hören drin. Klingt nach einer einfachen Struktur, ist aber letzten Endes genau das, was man an Blaze Bayley liebt. Ähnlich geht’s beim Opener „Watching the Night Sky“ zu. Zunächst empfand ich den als ziemlich mittelprächtig, liest man sich aber einmal in Ruhe die Lyrics durch (oder hört genau hin), sieht die Sache schon anders aus. Ähnlich ist's bei Songs wie „God of Speed“ und „The Trace of Things that have no Words“.

Nicht zuletzt durch die sehr ausführlichen Liner Notes von Blaze wird klar, dass es in aller Regel um sehr persönliche Dinge geht und die Musik dabei helfen dürfte sie zu verarbeiten. Nichts desto trotz gibt es aber für den Hörer tausend Punkte, wo er andocken kann und sich sicher in Text und Ton wiederfindet.

Während die ersten sieben Songs ziemlich gewöhnlich, aber hochkarätig daher kommen, wird es ab dem Song „Surrounded by Sadness“ zunächst etwas ruhiger. Akustisch begleitet startet ein „Block“ von vier zusammenhängenden Songs. Dabei wird es zwischendurch immer mal wieder besinnlicher, steigert sich aber selbstverständlich wieder zu wohlhabender instrumentierten Klängen. Etwas überraschend ist dabei „Letting go of the World“, wo mehrfach die Zeile „Fight, kill, fuck, eat“ zu hören ist. Nicht das solche Wortanordnungen besonders polarisieren würden, aber auf einer Blaze Bayley-CD hätte man zumindest oder vor allem das Wort „fuck“ nicht erwartet. Ging mir jedenfalls so. Um da aber nicht lange drauf rum zu reiten, sei noch erwähnt, dass das von mir weder gut noch schlecht bewertet wird. Ist mir völlig egal, eben nur auffällig, da vorher noch nicht gehört.

Das abschließende „Comfortable in Darkness“ ist dann tatsächlich sehr düster, jedoch mit einem äußert positiven Unterton. Genaues Hinhören lohnt sich z.B. auch hier, denn es sind allerlei nette Sachen versteckt. Ziemlich zum Ende zerspringt parallel zum Schlag aufs Drumkit eine Scheibe, was sich erstaunlich gut einfügt.

Zur Aufmachung sei gesagt, dass man genau so Hochwertiges zu erwarten hat, wie man es schon bei „The Man who would not die“ erhielt: Ein wirklich gutes Cover, komplett illustriertes Booklet und einen Pappschuber (wer's braucht...).

„Promise and Terror“ setzt ziemlich genau das fort, was beim Vorgänger begonnen wurde. Diverse Songs vom Album hätten sowohl soundtechnisch als auch thematisch genau so auf dem ersten Album hätten sein können. Das liegt wohl nicht zuletzt daran, dass Wolfsbane-Kollege Jase Edwards wieder an den Reglern saß und die Bandkonstellation komplett bestehen blieb. Hoffen wir, dass es so bleibt und sind gespannt auf das dritte Album!

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