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Tomppa gewinnt Stan Lee Foundation Wettbewerb!

Das Comicwerk gratuliert dem "Der Engel" Zeichner, der sich gegen 1.700 Mitbewerber mit seiner Figur "The Counselor" durchsetzen konnte!

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Metall macht Musik. Von Tim Eckhorst. Teil 75

Wacken 2011

Das 22. Wacken Open Air erfährt seine offizielle Eröffnung am Donnerstag, 4. August 2011 durch die Band Skyline, die bereits in den Vorjahren zu sehen gewesen ist und neben W:O:A-Organisator Thomas Jensen Musiker wie Doro und Udo Dirkschneider als seine Gäste präsentiert.

Nach der feierlichen Eröffnung kommt es zur Durchführung eines kleinen Experiments. Denn meines Wissens nach tritt mit Bülent Ceylan zum ersten Mal ein Comedian auf der Hauptbühne auf. Und Bülent kann sich freuen, denn die imaginäre Halle ist voll bis unters Dach und johlt »Wir woll'n den Türken seh'n, wir woll'n den Türken seh'n!«. Dieser lässt nicht lange auf sich warten und betritt mit großem Tamtam die Bühne. Die Wacken-Fans scheinen das Unterfangen anzunehmen. Experiment geglückt, Publikum zufrieden!


Im Pressezelt stellen D.A.D. drei neue Songs vor (alle top!) und das bunte Donnerstag-Programm wird mit Frei.Wild, Helloween und Blind Guardian fortgesetzt. Es findet schließlich seinen Abschluss mit einem DER Festival-Highlights: Ozzy Osbourne! Recht gut zu Fuß und mit einer äußerst agilen Truppe im Hintergrund, fällt es dem Black Sabbath-Sänger nicht schwer das Publikum zu begeistern. Kein Wunder, hat er doch ein Hit-Programm bestehend aus »Shot in the Dark«, »I don't know«, »Bark at the Moon«, »Iron Man«, »War Pigs«, »Crazy Train«, »Mama I'm coming Home«, »Paranoid« und weiteren Klassikern aus den 70er und 80er Jahren dabei. Geradezu in Ekstase fegt Ozzy mit seiner Band über die Bühne, spritzt das Publikum mit einem Schlauch ab, übergießt es mit Wasser aus Eimern und bedankt sich euphorisch. Da bleibt im wahrsten Sinne des Wortes kein Auge trocken.


Wild und gewaltig startet der Freitag mit Suicidal Tendencies, die eine große Staubwolke hinterlassen. Dem nicht ganz unähnlich fegen auch Van Canto über die Party Stage hinweg. Musikalisch zwar gänzlich anders verortet, findet man doch auch hier Begeisterungsstürme vor. A-capella-Metal kommt durchaus an und macht vor allem in Form von alten Metal-Klassikern wie »Master of Puppets« und »King of Metal«, aber auch der Eigenkomposition »The Mission« riesigen Spaß. Beeindruckend!

Danach geht es Schlag auf Schlag. Im Pressezelt spielen Bai Bang und Circle II Circle und im gut gefüllten Headbangers Ballroom-Zelt fetzen Bullet. Wenig später starten Judas Priest auf der Hauptbühne. Gut eingespielt beweist auch ein alternder Rob Halford, dass seine Stimme noch einiges zu leisten vermag. Mit einem Best-Of-Programm aus 40 Jahren Bandgeschichte, kann kaum etwas schief gehen. Besonders ergreifend kommen dabei die Songs »Diamonds and Rust« und »Blood Red Skies« rüber. Aber auch »Night Crawler« und »Painkiller« hört man immer wieder gerne. Beeindruckend ist schließlich »Breaking the Law«. Während Rob Halford vorweg schon ankündigt, dass das Publikum »in a minute« singen wird, rechnet noch keiner damit, dass der Sänger selbst keinen Ton zum Song beitragen wird. Die Zuschauer singen das komplette Lied. Karaoke im großen Stil sozusagen.


Nach Judas Priest kündigt sich schließlich mein persönliches Highlight an: Kyuss Lives! Das Set geht gleich mit »Gardenia« in die Vollen und der Körper kommt erst wieder mit dem Ende der Show zur Ruhe (und zum Erliegen). »Asteroid«, »Odyssey«, »One Inch Man«, «100°« lösen wohl bei jedem Freund dumpfer Klänge Begeisterungsstürme auf. Mit dem abschließenden »Green Machine« liegt das Publikum der Band endgültig zu Füßen. Fazit: Großartige Musik, großartig gespielt und eine riesige Freude diese Band doch noch mal live erleben zu können!


Der Freitag klingt schließlich mit Apocalyptica und bisweilen ziemlichem Cello-Geholze aus. Feine Sache!


Am Samstag um 17.30 Uhr erklingt der Startschuss zum letzten Iced Earth-Konzert mit Matt Barlow als Sänger. Das grandiose Nummer-sicher-Programm mit Hits wie »Burning Times«, «I died for you«, »Birth of the Wicked« und »Iced Earth« begeistert sämtliche Zuschauer. Ein wahrer Crowdsurfer-Ansturm bringt die Reihen ins Schwitzen, worüber nicht jeder glücklich ist, denn die Band selbst wird durch die zu tragenden Menschen leider zur Hintergrundbeschallung. In Kombination mit Moshpits und einer Wall of Death wird die Vorstellung leider nicht zu der Freude, zu der sie hätte werden können. Genervte Zuschauer reichen Crowdsurfer zunehmend sehr unsanft weiter, eine Horde junger Heranwachsender boxt sich ohne Rücksicht auf Verluste nach vorne durch (alternativ hätte man auch früh kommen können, fällt weniger negativ auf und ist nicht dumm) und die unsinnige in einem Moshpit mündende Wall of Death wirkt irgendwie Fehl am Platz. Dennoch: Iced Earth liefern eine Bombenshow ab. Die Truppe ist hervorragend eingespielt und Matt Barlow beendet sein Wirken in der Band mit einer grandiosen Gesangsdarbietung. Zum Abschied quittiert das Publikum die Leistung des Sängers mit »Barlow, Barlow«-Rufen und von den Bandkollegen gibt’s eine dicke Umarmung.


Wenig später steht der nächste Abschied bevor. Die allerletzte Avantasia-Show beginnt um 20.00 Uhr und wartet mit einer hochkarätigen Show auf. Dabei sind (neben Chef Tobias Sammet) Felix Bohnke, Michael Kiske, Amanda Somerville, Kai Hansen, Jorn Lande, Bob Catley, Sascha Paeth, Oliver Hartmann, Miro Rodenberg und Robert Hunecke. Highlights der furiosen Show sind zweifelsohne »Dying for an Angel«, »Lost in Space« und natürlich die Zugabe »Avantasia«. Tobias Sammet und seine Band hinterlassen nach geglückter Animation ein hoch erfreutes Publikum, das dem Ende des Projekts sicherlich - mit einem weinenden und einem lachenden Auge - einen schönen Abschied bereitet hat.


Während Motörhead auf der True Metal Stage lärmen, geben Tokyo Blade auf der W.E.T. Stage alles. Die Entschuldigung »Sorry, we're late, but we're late because we're old« nehmen die nicht allzu vielen vertretenen Fans der leicht verspäteten Altrocker an und feiern den Auftritt standesgemäß ab. Neuzugang Nicolaj Ruhnow liefert eine grandiose Gesangsleistung ab und zeigt damit, dass mit ihm als Frontmann mit der britischen Band wieder verstärkt zu rechnen ist.


Die meiste Zeit verhält sich das Wetter ruhig und gesittet. Erst kurz vor der letzten Band, die ich sehen möchte, setzt ein norddeutscher Platzregen ein. Komplett durchnässt komme ich an der, in diesem Fall mehr als passend betitelten, W.E.T. Stage an. Dort sollen um 01.05 Uhr Ghost spielen. Pünktlich betritt die Band langsam und bedächtig die Bühne. Die in schwarzen Kutten verhüllten Musiker greifen ruhig zu ihren Instrumenten und legen los. Der geschminkte und papst-ähnlich eingekleidete Sänger betritt alsdann die Bühne. Mit Weihrauch ausgestattet kommt sofort die Stimmung einer Messe auf. Ein irgendwie eigenartiges Gefühl füllt das Zelt zu der recht seichten Musik. Bedächtige Gesten und eine wortlose Vorstellung der Band verstärken die mystische Atmosphäre. Erst vor dem letzten Song spricht der Sänger zum Publikum und bittet darum den Song »Ritual« mit einzustimmen. Eben dieser entpuppt sich als das absolute Highlight der ungewöhnlichen und faszinierenden Show. Ich bin gespannt, wo hin es diese Band führen wird!


Nach kurzen Schauern geht das Wacken Open Air schließlich recht ruhig zu Ende. Soweit bekannt gab es keine größeren Zwischenfälle. Wie immer kann von einem außerordentlich friedlichem Festival gesprochen werden. Zudem ist das W:O:A organisatorisch einfach top! Man kann sich schon jetzt auf das nächste Jahr freuen! Mit den Scorpions als Headliner wirft es bereits jetzt seine Schatten voraus.

 


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