Newsletter








Mitra Global CMS Mitra Global CMS Mitra Global CMS
 

Comicwerk-News

Tomppa gewinnt Stan Lee Foundation Wettbewerb!

Das Comicwerk gratuliert dem "Der Engel" Zeichner, der sich gegen 1.700 Mitbewerber mit seiner Figur "The Counselor" durchsetzen konnte!

Mehr dazu im News Bereich

 
Mitra Global CMS Mitra Global CMS Mitra Global CMS
Mitra Global CMS Mitra Global CMS Mitra Global CMS
   
Mitra Global CMS Mitra Global CMS Mitra Global CMS
Mitra Global CMS Mitra Global CMS Mitra Global CMS
 
Metall macht Musik. Von Tim Eckhorst. Teil 79

Wacken 2012

Ich war ja schon so einige Male in Wacken und habe dort schlechtes Wetter erlebt. Aber rein vom Gefühl her, hat der Wettergott im Jahre 2012 alles bisher Dagewesene getoppt. Damit ist nicht nur der durch zahlreiche Regenschauer entstandene Matsch gemeint, sondern auch die bisweilen sehr kräftige Sonneneinstrahlung. Von einem Extrem ins andere – und das gern zwei Mal am Tag. Zweifelsohne stellt jedoch der Matsch das größere Hindernis dar. So ist auf Grund der schlechten Bodenverhältnisse das neue (riesige) Zelt, das die W.E.T. Und Headbanger Stage beherbergt nur mit viel Durchhaltevermögen, Standhaftigkeit und nassen Füßen erreichbar. Das ist sehr schade, denn das Zelt besticht von innen durch ein stilechtes Ambiente und wartet dazu natürlich auch mit einer Reihe toller Bands auf. Aber was soll man machen – im Wettergott steckt selbst ein Veranstalter nicht drin.

Das Festival beginnt bereits mit einem umfangreichen Programm am Mittwoch. Die W.E.T.-, Headbanger-, Wackinger- und Beer Garden Stage werden bereits bespielt. Am Donnerstag wird das Festival dann um 16.00 Uhr – wie bereits seit einigen Jahren – durch Skyline und einige Gastmusiker eröffnet. Aus der Ferne kann man Coverversionen von Rammsteins »Engel« und Manowars »Warriors of the World united« hören. Auf die »Wacken-Veteranen-Band« folgt der US-Comedian Jim Breuer, der – begleitet von einer Band – allerhand Metalgrößen imitiert und damit für kurzweilige Unterhaltung sorgt. Das Finale seines Auftritts besteht aus einer Darbietung des Kinderliedes »Bingo«. Dieses lässt er durch die Stimmen von James Hetfield, Rob Halford, Brian Johnson und Ozzy Osbourne zu einem Metal-Song werden. Wenn er jetzt noch etwas weniger häufig mit den Ausrufen »Uh!« und »Yeah!« James Hetfield imitieren würde, schaut man sich das Spektakel gern ein zweites Mal an.
Der nächste »Programmpunkt« startet um 17.30 Uhr. Sepultura treten zusammen mit der Trommlergruppe Les Tambours du Bronx auf. Ein echtes Highlight, verleihen die Schläge auf blechfassgroßen Trommeln Songs wie »Refuse/Resist«, »Sepulnation«, »Territory« und natürlich »Roots bloody Roots« nochmals mehr Druck. Frontman Derrick Green tut mit seiner kräftigen Stimme sein Übriges zu einem wahnsinnig druckvollem Auftritt. Sepultura tuen anno 2012 gut daran offenbar keine Reunion mit Max Cavalera im Sinn zu haben, denn dieser wirkt in jüngerer Vergangenheit nicht halb so agil wie Derrick Green. Brilliant!
Ab 19 Uhr feiern U.D.O. ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum und den 60. Geburtstag von Frontman Udo Dirkschneider. Zwei gute Gründe zu feiern und sich dazu ein paar Gäste einzuladen. So teilt Udo zeitweise die Bühne mit Doro und Lordi und wird kräftig abgefeiert. Partystimmung ist wenig später auch auf der Wackinger Stage angesagt, wo die Ska-Band Pantón Rococó ordentlich Gas gibt und auch vor einem Cover von Deichkinds »Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)« nicht zurückschreckt.
Noch einen ganzen Ticken voller als bei U.D.O. wird’s am späteren Abend. Volbeat eröffnen ihren Headliner-Gig mit einer opulenten Bühnendeko und ebenfalls einigen Gästen. Zum Gastgitarristen Hank Sherman (Mercyful Fate), der bereits seit 2011 Thomas Bredahl ersetzt, gesellen sich beim Song »7 Shots« noch Mille Petrozza von Kreator und Michael Denner (ebenfalls Mercyful Fate) hinz. Barney von Napalm Death intoniert im späteren Verlauf »Evelyn«. Nicht fehlen dürfen natürlich Klassiker wie »Sad Man's Tongue« (das als Johnny Cash-Song angekündigt wird, vermutlich auf Grund der starken Ähnlichkeit zu Cashs »Folsom Prison Blues«), »Radio Girl« und dem Dusty Springfield-Cover » I only wanna be with you«. Die Stimmung ist super, die Musiker hochmotiviert, einzig der Sound ist derart verzerrt und laut, dass man Lieder tatsächlich nur erkennen kann, wenn man sie schon so einige Male von Platte gehört hat. Ich kann mich nicht entsinnen jemals einen so lauten Auftritt erlebt zu haben. Der Körper schien geradezu zu beben. Ein bisschen weniger hätte es auch getan.

Am Freitag verwandelt extremer Regen (begleitet von Gewitter), der während des Auftritts von Kamelot am frühen Nachmittag einsetzt, das Gelände endgültig in eine Schlammwüste. Das hat zur Folge, dass Wege komplett ausgetreten werden und Autos praktisch auf kleinen Inseln, die von knöcheltiefem Matsch umgeben sind, stehen. Dementsprechend pessimistisch denkt man einigen Ortes an die Abreise. Zunächst gilt es aber erstmal noch das Festival zu genießen und zu den Bands zu gelangen, die man sehen möchte. Das gestaltet sich vor allem im Fall von Graveyard als schwierig. Die Band spielt im Zelt auf der W.E.T. Stage. Ist das Gelände der Zeltbühnen erstmal nach dem noch nicht ganz so beschwerlichen Gang über den Medieval Market erreicht, beginnt eine Wattwanderung. Insbesondere vor dem Zelt verhindern große Pfützen den Zugang mit trockenen Füßen, da die Wassermassen vom Zelt getropft sind und sich davor sammeln. Aber zum Glück werden diese Umstände von den meisten Besuchern mit Humor genommen. Auf Grund des schlechten Wetters ruft ein Metalhead beim Verlassen des Zeltes »Bitte Schuhe ausziehen im Zelt« und trifft damit den typisch trockenen Wacken-Humor. Für das Schuheausziehen ist allerdings bereits alles zu spät. Das Zelt gleich ebenfalls einer Schlammwüste und selbst drinnen gibt’s große Pfützen. Das stört aber nicht unbedingt, wenn die Musik stimmt. Und das tut sie im Falle von Graveyard allemal. Feine Sache!
Danach stehen HammerFall auf dem Programm, die sich auf der True Metal Stage schon wieder über sehr gutes Wetter freuen können. Die Schweden liefern ein Greatest-Hits-Programm ab, das sicherlich niemanden enttäuscht und sorgen damit für allerbeste Unterhaltung. Live können die Schweden bei der richtigen Songwahl ohnehin fast nichts verkehrt machen. Einzig die ein oder andere leicht alberne Ansage hätte man sich vielleicht sparen können, aber da muss man durch.
Der Tag findet schließlich nach dem Auftritt von Red Fang und den grandiosen Athonite und ihrer bombastischen Show sein Ende auf dem Campingplatz, wo man noch ein paar Töne von In Flames vernehmen kann.


Der Samstag startet mit schönem Wetter, allerdings nicht mit einem weniger matschigem Gelände. Jeder Schritt will wohl überlegt sein, wenn man es nicht drauf anlegt auszurutschen. Das ist aber ok, denn wenn die Musik stimmt, ist das Ganze halb so wild. Und dank Gamma Ray ist dies bereits zur Mittagszeit der Fall. »Heaven can wait«, »Ride the Sky«, »Rebellion in Dreamland«, »I want out« und »Send me a Sign« sorgen für fröhliche Gesichter und gute Laune. Die Sonne trägt mit ihren bloßen Präsenz ebenfalls zur guten Laune der zahlreichen Besucher bei. Davon profitieren auch noch Naplam Death und Axel Rudi Pell. Letzterer hat leider nicht alle geliebten Hits im Set, die man sich so wünscht, besticht dafür aber mal wieder durch einen hochmotivierten und charismatischen Frontman Johnny Gioeli. Weitaus weniger Glück mit dem Wetter haben die Scorpions in den Abendstunden. Während es zunächst noch danach aussieht, als könnte alles gut gehen, setzt nach den ersten vier bis fünf Songs langsam Regen ein. Hinter der Bühne sind dann und wann Blitze zu sehen und die ersten Besucher begeben sich geschwind – auf Grund der schlechten Erfahrungen der Vortage – zum Ausgang. Schließlich setzt heftiger Regen ein, was dazu führt, dass sich das Publikum ein wenig ausdünnt. Schade, denn die Herren legen sich kräftig ins Zeug, haben einige feine Showelemente im Gepäck und zudem eine zum Festival passende Setlist zusammengestellt.
Um 23.45 Uhr lockt nochmals die W.E.T. Stage, in deren näherem Umkreis es ziemlich feucht ist. Mit einem Fuß in einer tiefen Pfütze, mit dem anderen im Matsch, beginnt das Warten auf Dio Disciples. Das ist angesichts der zu erwartenden Show jedoch alles nur halb so wild. Denn was kann schief gehen, wenn die Band des verstorbenen Ronnie James Dio zusammen mit Tim »Ripper« Owens die größten Hits aus Rainbow-, Black Sabbath- und Dio-Tagen zum Besten gibt? Richtig! Nichts! Bei den diversen Hits wie »Stand up and shout«, »Man on the silver Mountain«, »Neon Knights« und »Rainbow in the Dark« macht Ripper Owens in aller Regel eine deutlich bessere Figur als Co-Sänger Toby Jepson. Der kann zwar singen, lässt jedoch etwas Kraft in der Stimme vermissen, die Ripper Owens zweifelsohne hat.

Fazit: Unter erschwerten Bedingungen geht ein ansonsten feines Festival über die Bühne, bei dem es sich jedoch empfiehlt eher Samstagnacht als am Sonntagmorgen abzureisen. Für die, die versackt sind, naht jedoch Hilfe. Auf Kosten des Veranstalters ziehen 15 Trecker die feststeckenden Autos aus dem Schlamm. Ende gut, alles gut!


 Seite zurück
 
 
 
Mitra Global CMS Mitra Global CMS Mitra Global CMS