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Multiple Identitäten. Von Samar Ertsey. Teil 7

Einige abschließende Fakten

Multiple Persönlichkeitsstörung (Dissoziative Identitätsstörung) betrifft hauptsächlich Frauen. Es sind nur wenige männliche Patienten bekannt. Das liegt vermutlich daran, daß Mädchen in viel höherem Maße als Jungen Gefahr laufen, Opfer sexuellen Mißbrauchs zu werden. Statistiken schätzen, daß jedes sechste Mädchen auf der Welt von Erwachsenen wenigstens einmal in seinem Leben mißbraucht wird. Diese Zahl ist nicht genau zu bestimmen, weil vermutlich nur jeder hundertste Fall von Mißbrauch der Polizei gemeldet wird. Die Multiple Identitätsstörung entsteht bei bestenfalls 1% der mißbrauchten Kinder, sie ist also eine sehr seltene Krankheit. Das ist der Grund, warum sie von vielen Ärzten und Psychologen auf der Welt noch immer nicht anerkannt wird, obwohl sie schon vor rund zehn Jahren in das Verzeichnis der Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation WHO aufgenommen wurde. Zu fantastisch erscheint es den Medizinern, daß die Psyche eines Menschen Platz für mehr als eine Seele haben könnte. Seltsamerweise haben Freunde und Verwandte von "Multiplen", die einige der Identitäten kennengelernt haben, meist weder Zweifel an deren Echtheit noch Schwierigkeiten, die Krankheit zu akzeptieren und die Vielheit zu akzeptieren. Mit ein wenig gesundem Menschenverstand ist es möglich, mit den "Multiplen" umzugehen, wie mit jedem anderen Menschen. Meist wird man nicht einmal merken, daß man es mit einer anderen Person zu tun hat, denn schließlich sind die inneren Helfer ja dafür gedacht, den Platz des "verletzten Kindes" an seiner Stelle einzunehmen.

 
 
 
 
 
 
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