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Tipps: Inken

Inken: Pantheon von Guido Neukamm 

 1. So. Das grobe Pencilling ist fertig, und ich konnte natürlich wieder nicht abwarten und habe gleich mit dem Inken angefangen, ohne auf einige Unstimmigkeiten bzw, Ungenauigkeiten in meiner Zeichnung näher einzugehen. Böser Fehler, das! Laßt Euch Zeit mit dem Inken! Erst sichergehen, daß Ihr wirklich mit der Zeichnung zufrieden seid! Dann erspart Ihr Euch viel Arbeit mit Tipp-ex, Deckweiß oder dem Retuschieren am Rechner.

Wie ich schon sagte, inke ich am liebsten mit Markern, genaugenommen Pigment-Tusche-Faserschreibern. Ich mag das Gefühl auf dem Papier und die Tatsache, daß die Biester dokumentenecht und nicht wasserlöslich sind. Früher habe ich mich immer geärgert, wenn ich endlich ein Comic beendet hatte und bei den ersten Seiten schon wieder das Schwarz verblasste. Außerdem gibt es diese Stifte in vielen Strichstärken, die man sehr gut zur Strukturierung der Zeichnung einsetzen kann.
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Werft mal einen Blick auf die Zeichnung, wie sie nach der ersten Phase der Tusche aussieht:

Ich habe die Outlines sehr stark und eckig angelegt (Stiftstärke 0,7). Nicht erschrecken! Denkt daran, daß Comiczeichner immer mindestens ein Din-Format größer zeichnen als das Werk schließlich im Druck erscheint. Ihr seht, daß ich fieselige Feinheiten bislang ausgelassen habe. Zu diesem Zweck wird der Stift gewechselt (Stärke 01). Wenn diese Arbeitsphase beendet ist, warte ich erst mal eine Stunde mit dem Radieren, bis die Tusche vernünftig durchgetrocknet ist. Okay, wenn Ihr nicht so lange warten wollt, ist das auch kein Beinbruch, aber die Tusche wird dann ein wenig blasser - das Original sieht nicht ganz so gut aus und voodoo_tips_bild_05Ihr müßt am Rechner mehr an den Kontrasten rumschrauben. Muß ja nicht sein.

 2. Ich habe die Zeichnung erstmal über Nacht liegen gelassen. Der Bleistift wird nun wegradiert. Nun kommen Garstigkeiten an den Tag: Der Kopf von Scalneuura (2. von lks) ist viel zu groß. Machen wir am Rechner. Biiens Kinn (Mitte) sieht von der Tusche her matschig aus. Deckweiß. Ich mag es, wenn auch die Originale halbwegs vorzeigbar sind. Tayree (rechts neben Biien) sieht scheiße aus. Kopfhaltung ist okay, aber das Gesicht kommt nicht auf den Punkt. Auch Deckweiß.

Wie man sieht, sind jetzt die großen schwarzen Flächen grob mit Edding angelegt worden (wenn ihr dazu die dünnen Faserschreiber verwendet, malt ihr Euch einen Wolf, verschwendet Tinte, Stiftspitzen und viiiiel Zeit...!). Die genauen Konturen dieser Flächen werden wieder mit den Pigmentstiften gemalt. Später. Die feinen Linien nehmen zum großen Teil geschraddelte Bleistiftlinien wieder auf. Seht Euch die beiden Mädchen auf den Detailausschnitten genauer an. Für die Gesichter und feinere Details kommt der 0,1 bzw. sogar 0,05 zum Einsatz. Ich mag die dünnen Linien und die fetten Outlines.voodoo_tips_bild_06

voodoo_tips_bild_07 3. Dritte Phase. Ich habe die angedrohten Verbesserungen vorgenommen. Es mag sich dabei nur um Kleinigkeiten handeln, aber ich finde, man kann an seinen Figuren und vor allem deren Ausdruck nicht genug feilen. Alle Schatten wurden mit Spitzenstärken von 0,5 und 0,7 gemalt.

Ich setze die Schatten ziemlich hart. Früher habe ich mehr schraffiert, aber dann die Erfahrung gemacht, daß man einerseits mehr Zeit benötigt und andererseits vieles von den feinen Linien im Druck komplett wegbricht. Das ärgert einen dann immer ziemlich. Mittlerweile benutze ich Schraffuren hauptsächlich fürvoodoo_tips_bild_08 Hintergründe.

 Bei den Schatten arbeite ich mit einem Trick, den ich mir von alten Drucken aus dem 19. Jahrhundert abgeguckt habe: Einer Art Rasterung, die dadurch entsteht, daß z.B. Falten an Klamotten immer dicker gemalt werden, je weiter sie im Schatten liegen.

Zum Abschluß verstärke ich meistens noch einmal die Outlines, um die Figuren deutlicher zu strukturieren. Das ist dort nötig, wo viele Details gleichwertig nebeneinander stehen. Ich habe eine große Schwäche für "Wimmelbilder" wie bei Geof Darrow, aber ich finde, starke Outlines erleichtern hierbei dem Leser die Orientierung.

So weit, so gut. Ich hoffe, ich habe Euch nicht allzusehr gelangweilt, sondern vielleicht sogar ein paar Anregungen geben können, die Ihr mal ausprobieren mögt. Viel Spaß!

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